Paul Schnitker-Haus - Demonstrationszentrum Bau und Energie in Münster

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Niedrigenergie, Niedrigstenergie und Passivhaus

Das Demonstrationszentrum Bau und Energie ist als umfassendes Anschauungsobjekt zur ganzheitlichen Gebäudeplanung konzipiert. Es umfasst mehrere unterschiedlich genutzte Gebäude mit variierenden Bau- und Energiestandards die als Informationsforum, als Unterrichts- und Seminarräume des Bildungszentrums der Handwerkskammer sowie als Büros und Appartements für Gäste genutzt werden. Das Forumsgebäude ist eine viergeschossige Glashalle mit einem diagonalen Holztragwerk. Hier befinden sich die Beratungs- und Ausstellungsflächen. Neben einer Lesetheke zum nachhaltigen Bauen findet man hier eine Materialbibliothek mit dem gesamten Spektrum an nachhaltigen Baumaterialien. In den Obergeschossen werden beispielhafte Anschlussdetails im Maßstab 1:1 für die unterschiedlichen Bauweisen ausgestellt und erläutert. Ebenso bietet das Zentrum einen Einblick in aktuelle innovative Techniksysteme wie die thermoaktive Decke oder Solaranlagen. Die Gebäudetechnik für die einzelnen Gebäudebereiche kann im Untergeschoss besichtigt werden.

Wie bei der Bautechnik umfasst auch die Wärme- und Kälteversorgung der Gebäude eine breite Palette innovativer Möglichkeiten. Von der Holzpelletsheizungsanlage über eine Wärmepumpenanlage, eine effiziente Wärmerückgewinnung bis zur solaren Kälteerzeugung mithilfe einer Absorptionskälteanlage. Die Haustechnikdaten werden über 500 Messpunkte erfasst und teilweise online für die Besucher zugänglich gemacht. Auf diese Weise konnen die Anschauungsobjekte wirkungsvoll durch Messdaten und Auswertungen ergänzt werden.

Wärmedämmung
Als Anschauungsobjekte wurden dem gläsernen Forum noch zwei Gebäudeteile hinzugefügt, die in unterschiedlichen Bau- und Energiestandards umgesetzt wurden. In dem dreispännigen Reihenhaus, im Anschluss an das Forum, sind ein Niedrigenergiehaus mit Kalksandsteinmauerwerk und Zellulosedämmung hinter einer hinterlüfteten Holzfassade sowie ein Passivhaus und ein Niedrigstenergiehaus in Holzrahmenbauweise mit verschiedenen nachwachsenden Dämmstoffen entstanden. Im Gegensatz zum Passivhaus wird das Niedrigstenergiehaus überwiegend solar beheizt.

Den zweiten freistehenden Gebäudeteil bildet ein Doppelhaus in unterschiedlichen Massivbauweisen. Neben einem monolithischen Mauerwerk aus porosiertem Ziegel bzw. Bims wurde ein Wärmedämmverbundsystem aus Kalksandstein mit Mineralschaumdämmung bzw. Ziegel mit Holzfaserdämmplatten realisiert. Die unterschiedlichen Konstruktionen sind an der Fassade des Doppelhauses abzulesen. Im Inneren der Gebäude sind weitere unterschiedliche Konstruktionen, Wand- und Deckenaufbauten zu Anschauungswecken umgesetzt. Die Ausstellung ist an Werktagen von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Nach Vereinbarung finden Führungen für Gruppen statt.

Bautafel

Architekt: Kresing Architekten, Münster
Projektbeteiligte: Büro Brandhorst, Bonn (Bauphysik); Morhenne & Partner, Wuppertal (TGA); Fraunhofer Institut für Bauphysik, Stuttgart/Holzkirchen (Messtechnik/Bauphysik); Löfflad, Köln (Bauökologie)
Bauherr: Handwerkskammer Münster; Büro
Fertigstellung: 2004
Standort: Franz-Meis-Str. 2, Münster
Bildnachweis: Christian Richters, Münster (1 + 2); Handwerkskammer Münster (3 + 4)

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