Mehrzweckhalle in Düsseldorf
Trittschalldämmung für 65.000 Besucher
Die neue Multifunktions- bzw. LTU-Arena in Düsseldorf wurde vom Architekturbüro JSK geplant. Die Arena - mit mehr als 51.000 überdachten Sitzplätzen - entstand auf dem Gelände des alten Rheinstadions. Sie wird neben Fußball- und Footballspielen auch für große kulturelle und sportliche Veranstaltungen, Konzerte und Messen genutzt. Außerdem sind ein integriertes Zentrum für Physiotherapie, ein Büro- und Konferenzbereich sowie verschiedene Showrooms enthalten. Ein Drei-Sterne-Plus-Hotel mit über 250 Zimmern, das die neue Arena direkt mit der Messehalle 6 in Düsseldorf verbindet, verfügt über zusätzliche Tagungs- und Präsentationsflächen.
Hauptattraktion des neuen Komplexes ist die innerhalb von 30 Minuten verschließbare Schiebedachkonstruktion (110 x 70 Meter) des Stadions. Das Tragwerk des Gesamtkomplexes besteht aus der stählernen Dachkonstruktion, der Stahlbetonskelettkonstruktion der darunter liegenden Ebenen, dem Innenraum mit der beheizbaren Bodenplatte sowie dem Verbindungsbauwerk zur vorhandenen Messehalle mit dem dort angeordneten Hotel. Vorrangig wurden die einzelnen Bauteile aus Fertigteilen errichtet; das erste Hotelgeschoss besteht aus Fertigteilrahmen in 7,5 m Abstand, zwischen denen Fertigteilplatten mit statisch mitwirkender Ortbetonschicht gespannt sind.
Wärmedämmung
Durch die beiden sehr unterschiedlichen Nutzungen - 25.000 qm Bodenfläche innerhalb der Arena und dem Hotelbereich mit ganz anderen Anforderungen - waren zwei verschiedene Fußbodenaufbauten nötig. Insbesondere allen Aspekten des Trittschalls wurde, bedingt durch den starken Publikumsverkehr, ein hoher Stellenwert eingeräumt.
Die umlaufenden Promenaden oberhalb der Sitzreihen mit zahlreichen Gastronomie- und Einzelhandelsbereichen bestehen aus der Rohdecke, einer darauf verlegten Wärmedämmung aus PUR-Platten mit einer WLG 025 und darüber als Trittschalldämmung Steinwolle-Dämmplatte in einer Dicke von 40 mm. Diese gemäß Euroklasse A1 nicht brennbaren Platten sorgen für eine hohe Widerstandsfähigkeit der Fußbodenkonstruktion, hörbare Verbesserung der Raumakustik und verfügen über eine geringe Wärmeleitfähigkeit (0,035W/(mK)). Oberhalb der Dämmung verhindert ein wasserabweisende 0,2 mm dicke PE-Folie das Eindringen von Anmachwasser des darüber ausgebrachten Zementestrichs. Nach der Austrocknung des schwimmenden Estrichs wurde als Fußbodenbelag eine Epoxydharzbeschichtung aufgetragen.
Dagegen konnte im Hotelbereich die Trittschaldämmung direkt auf der Rohdecke verlegt werden. Trotz der - innerhalb der Dämmung verlegten - Rohre ist bei einer gewählten Dämmstoffdicke von 40 mm gute Schallabsorptionswerte gegeben. Um Wärme- und Schallbrücken zu vermeiden, bilden Randtrennstreifen an den Boden-Wand-Übergängen und im Anschluss zu den anderen Bodenaufbauten die benötigten Fugen.
In beiden unterschiedlichen Bereichen konnte mit der Steinwolle-Dämmplatte gearbeitet werden.
Bautafel
Architekten: JSK Architekten, Düsseldorf
Projektbeteiligte: Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz, Düsseldorf (Projektcontroller); ABB Gebäudetechnik und Walter Bau vereinigt mit Dywidag (Projektpartner); Deutsche Rockwool, Gladbeck (Hersteller Dämmung); Estrich-Bau Böckers, Husum (Estrich)
Bauherr: Multifunktionsarena Immobiliengesellschaft
Fertigstellung: November 2004
Standort: Messe Düsseldorf, Eingang Nord
Bildnachweis: Walter Bau, Augsburg (1); Rockwool, Gladbeck (2-4)
