Zweifachsporthalle in Bielefeld
Sporthalle und Aula
Diese Erweiterung einer Grundschule in Bielefeld-Ubbedissen ist doppelt nutzbar: Sie dient als Sporthalle und Aula in einem. Die Architekten Wannenmacher und Möller positionierten das Gebäude auf einer an das Schulgebäude angrenzenden Brachfläche und verknüpften es so unmittelbar mit den vorhandenen Sportplätzen und dem Hauptgebäude selbst. Um kurze Wege für die Schüler und Lehrer zu gewährleisten, orientiert sich der Eingang zu den Klassenräumen und erhielt - zur räumlichen Betonung - ein weit auskragendes Vordach.
Das Raumprogramm sah zusätzlich zu beiden Sportflächen alle notwendigen Nebenräume wie Geräteräume, Umkleiden, Waschräume, Toiletten sowie eine Technikzentrale vor. Außerdem sollte ein Vereinsraum mit Theke integriert werden. Die geforderten Nebenräume liegen übereinander, um den Baukörper kompakt zu halten. Das Foyer und der angeschlossene Vereinsraum befinden sich dagegen im EG, in einer Ebene mit der Sporthalle. Zwei Treppen erschließen die Räume im OG, ein innen liegender Erschließungsgang kann gleichzeitig als Zuschauertribüne genutzt werden. Dieser Gang ist sowohl über die Halle als auch über zwei große Fenster an den jeweiligen Enden des Ganges belichtet und erhielt dadurch auch weite Ausblicke in die westfälische Landschaft.
Wärmedämmung/Konstruktion
Die Gründung aus Stahlbeton wurde außen mit 60 mm extrudiertem Polystyrol gedämmt, darüber befinden sich die Stahlbetonaußenwände als Dreifachwände, d.h. als zweischaliges Fertigteil mit innerem Ortbetonkern. Sie erhielten eine außenseitige EPS Dämmung (120 mm) als Wärmedämmverbundsystem und eine Bekleidung aus hinterlüftetem Profilbauglas. Als statisches System für die Fassade wählten die Architekten eine Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Aluminium. Die geschlossenen Hallenwände aus Beton sind innenseitig mit einer Prallwand aus Holz verkleidet und verfügen über eine Höhe von 3.50 m. Darüber trägt ein transparentes Stahltragwerk bestehend aus Stützen und Fachwerkträgern das Dach mit einer Trapezblecheindeckung. Als Innenwände dient überwiegend verputztes Kalksandsteinmauerwerk, die Decken wurden dagegen wieder aus Stahlbeton ausgeführt und mit einer EPS-Gefälledämmung ausgestattet.
Zur Nordseite - der Tribüne gegenüber - lässt ein großes Lichtband in der Fassade ungefiltertes Licht herein. An den Giebelseiten ist dagegen die Profilbauglasfassade mit einem inneren Kern aus transparenter Wärmedämmung verkleidet. Sie besteht aus einem Glasgespinst, das die Wärmedämmung des Profilbauglases wesentlich verbessert und zusätzlich als lichtstreuende Isoliereinlage dient. Durch seine hohe lichtstreuende Wirkung wird eine nahezu schlagschattenfreie Raumausleuchtung erreicht, was bei vielen Sportarten als großer Vorteil gilt. Der g-Wert liegt bei 43 Prozent, der U-Wert bei 1,36 W/m²K.
Folgende Wärmedurchgangskoeffizienten konnten erreicht werden:
- Außenwand Beton: 0,263 W/(m²K)
- Außenwand Profilbauglas mit TWD: 0,136 W/(m²K)
- Dach Halle: 0,237 W/(m²K)
- Dach Nebenräume: 0,231 W/(m²K)
- Bodenplatte: 0,415 W/(m²K)
Bautafel
Architekten: Wannenmacher + Möller, Bielefeld
Projektbeteiligte: Ingenieurbüro Grage, Herford (Statik); Ingenieurbüro Günther Breder, Bad Salzuflen (Glasstatik); Ingenieurbüro Hense, Gütersloh (HLS); Burckard Schröder & Partner, Bielefeld (Elektro); Kortemeier Brokmann, Herford (Außenanlagen)
Bauherren: Grundschule Ubbedissen
Fertigstellung: 2010
Standort: Bielefeld
Surftipps
www.baunetzwissen.de/Glas > Profilbauglas
