Feuerwehrhaus in Neuseddin

Bildergalerie | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |

Holzbauweise mit hochwärmedämmender Gebäudehülle

Die Berliner Architekten Roswag & Jankowski legten bei der Planung eines Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr von Neuseddin großen Wert auf die funktionale Optimierung des Gebäudes und die städtebauliche Einordnung in die dörfliche Struktur. Das zurückgesetzte Volumen der Fahrzeughalle wird zweiseitig von Gemeinschafts-, Lager- und Sozialräumen umschlossen. Dadurch entsteht ein großer, zur Straße orientierter Hof, der einerseits als Staufläche für die Einsatzfahrzeuge dient und andererseits zusammen mit der Öffnung des Gerätehauses zu den angrenzenden Schul- und Wohngebäuden die räumliche Situation am Ortseingang neu definiert.

Das Gerätehaus ist das erste moderne Feuerwehrgebäude Brandenburgs, das komplett in Holzbauweise errichtet wurde. Neben den ökologischen und energetischen Aspekten bietet der Holzbau auch viele Vorteile im Bauablauf. Durch weitestgehende Vorfertigung von ganzen Wand- und Deckenelementen im Werk kann einerseits eine höhere Qualität in der Ausführung erzielt werden. Außerdem verkürzen sich gegenüber konventionellen Bauweisen die Montagezeiten auf der Baustelle erheblich, was insgesamt zu kürzeren Bauzeiten und dadurch auch zu einer Reduzierung der Kosten führt. Das neue Gerätehaus umfasst eine Fahrzeughalle mit vier Stellplätzen, einen angrenzenden Lager- und Umkleidebereich und den zur Hauptstraße orientierten Schulungs- und Versammlungsbereich.

Durch die hochwärmedämmende Gebäudehülle und eine auf die spezifischen Erfordernisse des Feuerwehrbetriebs abgestimmte Gebäudetechnik wird der Jahresprimärenergiebedarf für die Beheizung des Gerätehauses auf Niedrigenergiehaus-Standard reduziert. Die Verwendung von natürlichen Baustoffen wie Holz und Zellulose führt unabhängig vom Betrieb bereits bei der Herstellung und Errichtung des Gebäudes zu einer erheblichen Verminderung des Primärenergieverbrauchs.

Wärmedämmung/Energiekonzept
Das Gebäude ist aus vorgefertigten Holzrahmenelementen hergestellt, die mit Zellulose ausgedämmt  und außenseitig mit einer vorgehängten hinterlüfteten Lärchenholzschalung bekleidet sind. Das Volumen der Fahrzeughalle ist von den benachbarten Räumen thermisch getrennt. Die Dachflächen bestehen aus weitspannende Flachdachkonstruktionen mit Brettstapelelementen bei den Nebengebäuden und Brettschichtholz-Bindern bei der Fahrzeughalle. Alle Dachflächen wurden mit einer Gefälledämmung aus Polystyrol gedämmt.

Durch die hochdämmende Gebäudehülle (U-Wert Außenwände 0,17 W/m²K) ist eine schnelle und gezielte Beheizung der jeweiligen Bereiche in den nutzungsbedingt unregelmäßigen Betriebsphasen möglich. Dabei kann die Fahrzeughalle maximal auf 7°C geheizt werden. Zusätzlich Wärme wird über die Be- und Entlüftung der innenliegenden Räume gewonnen. Zum Ausgleich der Spitzen ist ein konventionelles Heizungssystem mit Gastherme vorhanden.

Bautafel

Architekten: Roswag & Jankowski Architekten, Berlin
Projektbeteiligte: ZRS Architekten Ingenieure, Berlin (Tragwerksplanung); Planungsteam Energie + Bauen, Berlin (Technische Ausrüstung); Ingenieurbüro Draheim, Berlin (Elektroplanung); Freianlage.de Landschaftsarchitektur, Potsdam (Freianlagen)
Bauherr: Gemeinde Seddiner See
Fertigstellung: 2009
Standort: Freiwillige Feuerwehr Neuseddin, Kunersdorfer Straße 3, 14554 Seddiner See
Bildnachweis: Thorsten Seidel und Roswag & Jankowski Architekten, Berlin

Surftipps

Die Architekten Ziegert, Roswag und Seiler im Interview

Standort in Google Maps anzeigen