Art Farm in Upstate New York

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Galerie und Lager mit hermetisch geschlossener und gedämmter Hülle

Ein New Yorker Galerist beauftragte den chinesischen Konzeptkünstler Ai Weiwei und das Baseler Architekturbüro HHF architects ein Kunstdepot zu entwerfen. Den Standort wählte der Bauherr in der Nähe seines Wohnhauses nördlich von New York in der Nähe des Dorfes Ancram. Dort, auf einem großen Naturgrundstück, befanden sich bereits zahlreiche Kunstobjekte. In diese Situation fügt sich die sogenannte Art Farm als weiteres Objekt nahtlos ein.

Der Bau gliedert sich in drei Volumen, die im Inneren über Rampen verbunden sind. Diese drei Gebäudeteile verspringen in der Höhe und passen sich so dem natürlichen Geländeverlauf an. Die Rampen fungieren als Verbindungen und gliedern die Volumen, gleichzeitig überwinden sie die Höhenunterschiede. Außenwände und die flach geneigten Satteldächer unterscheiden sich kaum in ihrem Erscheinungsbild, sie wurden mit derselben Konstruktion aus Stahlwellblech verkleidet. Der äußere Eindruck wird entscheidend durch diese Konstruktion geprägt: vorgefertigter Stahl, der häufig in den USA für landwirtschaftliche Zweckbauten eingesetzt wird.

Die gefaltete Stahlblechhülle lässt keinen Rückschluss auf das Innere zu, das in mehrere Präsentationsräume unterschiedlicher Größen, Büroflächen sowie reine Lagerflächen unterteilt wurde. Obwohl nur drei kleine nach Norden gerichtete Fenster Tageslicht einlassen, ist es innen sehr hell und freundlich, zum Teil sicherlich auch durch die komplett weiße Innenausstattung. Abgesehen vom Betonboden im hellen Grau sind alle Wände und Möbel in Weiß gehalten.

Wärmedämmung/Energiekonzept
Die Lagerung von Kunst erfordert gleichmäßige Temperaturen, weshalb die Hülle stark gedämmt wurde. Weiße PVC-Folie, die punktuell befestigt wurde, überspannt das Dämmmaterial. Diese Befestigungspunkte erinnern an Polsterknöpfe und überziehen die Decken- und zum Teil auch die Wandflächen mit einer regelmäßigen Struktur. Zusätzlich sind die Innenräume stark von den sichtbar geführten Leitungen für Lüftung, Licht und Elektro geprägt.

Die Dämmung besteht aus formaldehydfrei gebundenen Glasfasern. Das Konzept der hermetisch geschlossenen und gedämmten Hülle scheint aufzugehen, selbst im Hochsommer musste die Kühlung bislang noch nicht zugeschaltet werden.

Bautafel

Architekten: HHF architects, Basel und Ai Weiwei, Peking/New York
Projektbeteiligte: Crawford & Associates, Hudson (Structural engineering und Construction management)
Bauherr: Christophe W. Mao / Chambers Fine Art
Fertigstellung: 2008
Standort: Ancram