Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart

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Schurwolle für den Objektbereich

Das Mercedes-Benz-Museum nach den Plänen des Amsterdamer Büros UN Studio ist aus einem Wettbewerb hervorgegangen und gilt als eines der spektakulärsten Bauwerke der Gegenwart. Seine Planung und sein Bau sind aufs Engste mit dem Gestaltfindungsprozess am Computer verbunden. Dem Gebäude fehlen sämtliche konventionelle Architekturmerkale wie gerade Wände, ebene Böden oder abgeschlossene Räume. Als gekrümmte Doppelhelix bezeichnen die Architekten die Grundform des Hauses im Grundriss. Der Grundgedanke des Museumsrundgangs, der von oben erschlossen wird, sind zwei Parcours, die sich immer wieder treffen und miteinander verschränken: Mythos (chronologisch) und Collection (thematisch). Ein Wechsel zwischen beiden Rundgängen ist an vielen Stellen möglich. Ähnlich wie beim New Yorker Guggenheim-Museum winden sich die Rundgänge neun Geschosse hoch von oben nach unten. Zwischen den beiden Rundgängen ist ein gebäudehohes dreieckiges Atrium angeordnet. Von außen wirkt das 47,5 Meter hohe Gebäude dreigeschossig. Innen jedoch erstreckt es sich über neun Ebenen.

Die Ausstellungskonzeption von HG Merz ist von Anfang an in die Architekturpläne eingegangen. Die Ausstellung zeigt auf 16.500 Quadratmetern Fläche 160 Fahrzeuge, darunter neben Pkws und Rennwagen auch Busse und Lkws. Neben den eigentlichen Ausstellungsräumen gibt es auch Museums-Shops, Restaurants, ein Casino in der obersten Ebene und den über zwei Etagen laufenden Verwaltungstrakt mit 30 Büros.

Boden
Das Spektrum der eingesetzten Bodenbeläge reicht von Terrazzobelag über beschichteten Estrich und Linoleum bis zu Hochkantlamellen-Parkett und Hirnholzparkett sowie Teppichboden.

Auf rund 1.000 Quadratmeter wurde die anthrazitfarbene textile Schurwollqualität Wool Rips verlegt. Bei diesem Bodenbelag handelt es sich um eine Webqualität aus 100 % Schurwolle für den Objektbereich. Wollfasern erholen sich rasch von Belastungen, so dass sich Druckstellen schnell zurückbilden. Durch den schuppenartigen Aufbau der Faser erhält diese eine natürliche Schutzschicht, welche Feuchtigkeit und Schmutz abweist. Auch kann sie Wasser in Dampfform aufnehmen, ohne sich dabei nass anzufühlen (bis zu 30 % ihres Eigengewichtes). Bei trockener Luft geben die Wollfasern die Feuchtigkeit an die Luft zurück und sorgen so für ein angenehmes Raumklima. Darüber hinaus ist Schurwolle schwer entflammbar, schallisolierend, wärmedämmend und wirkt antistatisch. Die für das Museum gewählte Qualität aus Schurwolle ist außerdem besonders strapazierfähig.

Bautafel

Architekten: UN Studio van Berkel & Boss, Amsterdam/NL
Projektbeteiligte: Wenzel + Wenzel, Karlsruhe (Bauleitung); Werner Sobek, Stuttgart (Tragwerksplanung); HG Merz Architekten Museumsgestalter, Stuttgart (Ausstellungsgestaltung); Uzin Utz, Ulm (Fußbodenkonstruktion); Raumdesign Dees, Stuttgart (Verlegearbeiten), Desso DLW, Bietigheim-Bissingen (Linoleum); Anker-Teppichboden, Düren (Teppichboden: Wool Rips)
Bauherr: Daimler Chrysler AG, Stuttgart-Untertürkheim
Fertigstellung: Mai 2006
Standort: Stuttgart-Untertürkheim
Bildnachweis: Anker-Teppichboden, Düren

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