Zentralbibliothek Recht der Universität Hamburg

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Trittschalldämmung im Bücherturm

Je nach Lichteinfall, Tages- und Jahreszeit ändert die gläserne Hülle ihre Optik: Tags scheint die Außenwelt farbig ins Innere des Gebäudes und auf der Fassade spiegelt sich die Umgebung. Nachts leuchtet der Turm in warmen Gelb- und Orangetönen. Geplant wurde der Erweiterungsbau der Zentralbibliothek Recht der Universität Hamburg von dem ortsansässigen Büro Medium Architekten. Die Hochschul-Bibliothek für angehende Juristen sollte sich nicht hinter dicken Mauern verschanzen, sondern im Gegenteil Transparenz, Kommunikation und Interaktion zwischen Innen und Außen fördern. Der gläserne Komplex behauptet selbstbewusst seinen Platz zwischen einer denkmalgeschützten Villa aus der Gründerzeit und dem ursprünglichen universitären Altbau in Stahlbeton-Skelettbauweise. Die siebengeschossige Erweiterung vereint alle zwölf, bisher einzelnen Fachbereichsbibliotheken.

Um den Altbau mit dem neuen „Bücherkubus“ zu verbinden, ließen die Architekten die Fassade des Altbaus zurückbauen. Ein Aufwand, der sich gelohnt hat: Die Gebäude sind heute über ein großes gläsernes Atrium verbunden – 5 Meter breit und 25 Meter hoch. In der Tiefe schimmert eine türkisfarbene 110 Quadratmeter große Wasserfläche, die neben atmosphärischen auch raumklimatische Aufgaben erfüllt. Durch die Verbindung der beiden Komplexe ist ein Gesamtensemble entstanden, das sowohl kompositorisch als auch funktionell eine Einheit bildet.

Das Erdgeschoss des neuen Gebäudes beherbergt die öffentlichen Seminarräume und Garderoben, die restlichen sechs Etagen umfassen die eigentliche Bibliothek. Etwa 600 natürlich belichtete Leseplätze finden die Besucher entlang der Fassade, auf den zum Atrium hin offenen Galerien gibt es 75 moderne Recherche-Plätze. Die Bücherregale sind, vor der Sonneneinstrahlung geschützt, im Kern des Gebäudes untergebracht – mehr als 370.000 Bände und 900 Zeitschriften befinden sich im Präsenzbestand der Bibliothek.

Boden
Sorgfältig wählten die Architekten geeignete Materialien für die Innenausstattung: Farbige Fenster bringen Licht ins Gebäude und vermitteln eine freundliche Stimmung auch an langen Studientagen. Für Ruhe und damit konzentriertes Arbeiten sorgen Trennwände aus Glas und ein trittschalldämmender Bodenbelag. Gerade wegen der akustischen Eigenschaften entschieden sich die Architekten für einen Nadelvliesbelag. Für diesen Boden sprach zudem, dass er langlebig, strapazierfähig und reinigungsfreundlich ist – wichtige Argumente bei einer Besucherfrequenz von mehr als 1.000 Studenten am Tag. Durch eine wirksame Imprägnierung dringen Flecken erst gar nicht erst in die Faser ein. Die fast unifarben wirkende, leicht melierte Bahnenware in einem dezenten Grünton harmoniert darüber hinaus mit dem Sichtbeton der Decken und Säulen.

Bautafel

Architekten: Medium Architekten, Hamburg (auch künstlerische Oberleitung und Landschaftsplanung)
Planungsbeteiligte: Assmann Beraten und Planen, Hamburg (Tragwerksplanung); Transsolar Energietechnik, Stuttgart (Energietechnik und Simulation); HHP Berlin Ingenieurgesellschaft für Brandschutz, Berlin (Brandschutzberatung); Armstrong, Bietigheim-Bissingen (Nadelvlies)
Bauherr: Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Hamburg
Fertigstellung: 2004
Standort: Rothenbaumchaussee 33, Hamburg
Bildnachweis: Werner Huthmacher für Armstrong, Bietigheim-Bissingen

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