Zahnarzt-Praxis in Fulda
Boden in Holzoptik schafft wohnliche Atmosphäre
Mit seiner klaren und schlichten Architektur fügt sich das in den 1990er Jahren erbaute Gebäude, in dem sich die Zahnarzt-Praxis befindet, harmonisch in den Fuldaer Stadtkern. Charakteristisch ist das lichtdurchflutete Atrium, das alle vier Stockwerke miteinander verbindet. Die Praxis liegt im dritten Obergeschoss, die beiden unteren Geschosse werden von einer Bank genutzt.
Das dritte Obergeschoss wurde vom Planungsbüro Friedhelm Bier so umgebaut, dass es den Anforderungen an den Arbeitsalltag einer Zahnarzt-Praxis entspricht. Wichtig waren den Bauherren offene und helle Räume, statt einer klinischen, unbehaglichen Atmosphäre. Aus diesem Grund hat der Architekt den vorhandenen Lichthof komplett in die Praxisgestaltung einbezogen. Die rund 260 m² der Praxis ordnen sich rund um das Atrium an: drei Behandlungsräume, ein Röntgen-, ein Steril- sowie ein Technikraum, das Chefbüro, der Wartebereich und die offene Rezeption mit Teeküche und Ausgang zum Balkon.
Der Lichthof ist immer präsent, unterschiedlich große Fensteröffnungen ersetzen die früher durchlaufende Brüstung zum Atrium, das direkte Licht dringt tief ins Innere der Praxis. Freundlich und großzügig erscheint diese durch die offene Sicht über den Innenhof hinweg. An der Anmeldung sorgen raumhohe Flügelfenster für natürliche Beleuchtung. Die Vollverglasung auf der gegenüberliegenden Seite lässt den dort liegenden Gang breit und hell wirken, von der Rezeption ist damit zudem der Blick frei bis zu den Behandlungsräumen. An den beiden Querseiten des Atriums hat der Architekt jeweils waagerechte Sichtschlitze in neue Trockenbauwände eingefügt. Diese sorgen für ein wenig Transparenz, gewähren aber gleichzeitig die notwendige Diskretion bei der Behandlung. Die reduzierte, klare Ausstattung der Räume trägt ebenfalls zur freundlichen Atmosphäre bei: Weiß dominiert die gesamte Innenraumgestaltung. Ausgewählte Möbelstücke setzen ebenso wie der kontrastierende, dunkle Boden in Holzoptik wohnliche Akzente.
Boden
Für den Boden wählte der Architekt einen PVC-Belag in dunkler Walnuss-Optik. Die großformatigen Planken im Format 91 x 15 cm sorgen für eine ruhige Raumwirkung, der Farbverlauf und die Maserung für Authentizität. Damit auch haptisch kaum ein Unterschied zu richtigem Holz bemerkbar ist, wurde die Maserung sogar in die Planken geprägt.
Ein Belag aus Echtholz konnte den Ansprüchen an den Boden einer Zahnarztpraxis nicht gerecht werden. Der Vinylbelag war daher eine bewusste Entscheidung, sowohl wirtschaftlich als auch optisch. Die einfache und schnelle Reinigung spart Zeit und Kosten. Zudem ist der Belag äußerst widerstandsfähig gegen Schmutz, Kratzer sowie Verstrichungen. Auch Desinfektionsmittel können der robusten Oberfläche nichts anhaben. Damit bleibt der Boden lange hygienisch und sauber, was den Wohlfühlcharakter der Praxis zusätzlich unterstreicht.
Bautafel
Architekten: Planungsbüro Friedhelm Bier, Spangenberg
Planungsbeteiligte: Armstrong, Bietigheim-Bissingen (Luxury-Vinyl-Boden Scala 55)
Bauherr: Dr. Michael und Ellen Becker, Fulda
Fertigstellung: 2007
Standort: Universitätsplatz 5, Fulda
Bildnachweis: Werner Huthmacher für Armstrong, Bietigheim-Bissingen

