Umbau eines Elbschiffes zur Golfyacht in Prag

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Leichtgewicht Vinyl-Bodenbelag

Mit Blick auf die tschechische Hauptstadt ist die Golfyacht Prague auf der Moldau „vor Anker gegangen". Auf vier Decks und mit allen technischen Einrichtungen 100 Meter lang, bietet sie alles, was Gäste von einem modernen 4-Sterne-Hotel erwarten: gehobene Gastronomie, Gemütlichkeit, Wellness. Darüber hinaus wird hier Indoor-Golf angeboten. Geistiger Vater der ausgefallenen Idee ist Jan Vlcek: Er plante, den Fluss, die Großstadt, eine Rasenfläche für Golfübungen und später einen richtigen Golfplatz auf der Rohan-Insel zu einem herausragenden Event zusammen zu binden. Da sich ein klassisches Clubhaus in dem Soll-Überschwemmungsgebiet nicht realisieren ließ, entschied er sich für die außergewöhnliche schwimmende Variante. 2.400 m² Nutzfläche, davon 34 Hotelzimmer und neun Luxus-Apartments, verteilen sich auf der Yacht auf vier Decks. Das Sonnendeck, auf dem bis zu 300 Personen Platz finden, ist komplett mit Teakholz verkleidet. Hier befindet sich auch die yachteigene Golfanlage, auf der jeder Gast für sich oder im Rahmen von Veranstaltungen in Turnieren spielt.

Das Schiff stammt urprünglich aus Hamburg und bot durchreisenden Matrosen eine bescheidene Übernachtungsmöglichkeit. Das Innere wurde vollständig entkernt. Heute befinden sich hier drei Indoor-Golfanlagen, die insbesondere während der kalten tschechischen Wintermonate beliebt sind. Fensterflächen auf beiden Seiten bringen viel Licht ins Innere und bieten freien Blick auf den Hradschin. Der Raum kann multifunktional verwendet werden, u.a. auch als Lounge oder als Konferenzsaal. Die Golfsimulatoren verwandeln sich dann auf Wunsch in Projektionsflächen, die mobile Bar lässt sich verschieben und damit die Nutzfläche auf 180 m² vergrößern.

Im Wellnessbereich wird das Rund der Bullaugen in der geschwungenen Form der Decke, der Einrichtung und bei den Böden fortgeführt. Helle Farben stehen in harmonischem Kontrast zu dunkler Holz- und Steinoptik. Im Restaurant, an das sich eine Terrasse anschließt, können etwa 60 Gäste bewirtet werden. Große Bullaugen, Holzböden und -möbel sowie die sichtbare Schiffskonstruktion, die als dekoratives Element in Grün- und Gelbtönen gestaltet wurde, geben dem Raum ein Flair von kleinem Boot und Kreuzfahrtschiff zugleich.

Boden
Bei einem Schiff sind die Gewichtszulassungen sehr beschränkt, weshalb auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Dauer- und temporären Gästen sowie dem Ausbau geachtet werden muss. Um also einer hohen Anzahl von Gästen den Aufenthalt auf dem Schiff zu ermöglichen, war auf ein geringes Gewicht des Ausbaus zu achten. Aus diesem Grund und wegen der geringen Deckenhöhe ist die Decke im Restaurant komplett entkleidet, technische Elemente sind im darüber liegenden Boden versteckt. Als Unterboden über der Eisenkonstruktion dienen leichte Pressholzplatten.

Auch für den Bodenbelag, ein Vinyl-Boden in Holzoptik, sprach sein geringes Gewicht. Für die Golfyacht wurden insgesamt sechs verschiedene Holzoptiken ausgewählt. Ein rustikaler, dunkler und stark gemaserter Belag liegt in großformatigen Planken in den Gängen. Im Restaurant wurde ein Belag mit heller und feiner Mahagonioptik verlegt.

Durch eine werkseitige Oberflächenvergütung ist der Vinyl-Boden besonders wirtschaftlich. Die Vergütung verspricht eine einfache und schnelle Reinigung und damit niedrige Unterhaltskosten. Gleichzeitig ist der Belag dadurch widerstandsfähiger gegen Schmutz, Verstrichungen und Kratzer, was eine Erhöhung der Lebensdauer zur Folge hat.

Bautafel

Designer: Miro Pistek Design , Bayreuth
Planungsbeteiligte: Dalibor Pisa, Prag (ausführender Ingenieur); Armstrong, Bietigheim-Bissingen (Bodenhersteller Luxury-Vinyl Scala 100)
Bauherr: Jan Vlcek, Prag/Salzburg
Fertigstellung: 2008
Standort: Rohanský ostrov (Rohan-Insel), Prag
Bildnachweis: Werner Huthmacher für Armstrong, Bietigheim-Bissingen

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