Kindertagesstätte Troplo Kids in Hamburg

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Böden aus Kautschuk, Parkett und Linoleum

Um den gestiegenen Bedarf an werkseigenen Betreuungsplätzen zu sichern, ließ der Kosmetikhersteller Beiersdorf im Hamburger Stadtteil Lokstedt eine neue Kindertagesstätte mit 100 Plätzen errichten. 80% davon sind den Familien von Mitarbeitern vorbehalten, die restlichen stehen Kindern aus der Nachbarschaft zur Verfügung. Für die Planung des Neubaus am Rande einer parkähnlichen Grünfläche des innerstädtischen Firmengeländes zeichnet das Büro Kadawittfeld Architektur verantwortlich.

Charakteristisch für das Erscheinungsbild des kompakten zweigeschossigen Gebäudes ist die nach Osten und Westen dreidimensional ausgebildete Elementfassade: Mit etwa ein Meter tiefen, anthrazitfarbenen Rahmen in verschiedenen Formaten, wirken sie wie ein großer Setzkasten. In einzelne „Fächer“ sind gerahmte Kästchen in den Farben Gelb, Lila und Hellblau gesteckt, die von innen als Sitznischen genutzt werden können. Die nicht gefüllten Fächer hingegen laden von außen zum Spielen oder Verweilen ein (siehe Abb. 3 und 7). Bestandteile dieser Fassade bilden pulverbeschichtete, hoch wärmegedämmte und hinterlüftete Aluminium-Paneele auf einer Unterkonstruktion aus feuerverzinkten Stahlrechteckrohren. Die Fächer sind mit einer Dreifach-Isolierverglasung gefüllt.

Erschlossen wird die Kita an der Westseite über eine flache Rampe und einen angeschlossenem Kinderwagenraum. Über einen breiten Windfang, vorbei am Sekretariat, geht es unmittelbar in den großen Gemeinschaftsbereich, der als Verteiler und kommunikatives Zentrum für Kinder und Betreuer angelegt ist. Offen, zweigeschossig und mit einer raumbreiten Treppe mit Sitzstufen ausgestattet, dient er (nicht nur) bei schlechtem Wetter als gemeinschaftliche Spiel- und Aufenthaltsfläche. Ebenfalls auf der Westseite sind noch Hauswirtschafts- und Nebenräume angeordnet. Ein von Nord nach Süd verlaufender Flur stellt die Verbindung zu den an der Ostseite angeordneten Gruppenräumen mit den Krippenplätzen her. Wie kleine Puffer sind ihnen WCs und Garderoben vorgelagert.

Wählt man den Weg über die raumbreite Treppe im Gemeinschaftsbereich nach oben, erreicht man dort die zwei Gruppenräume des Elementarbereichs, einen weiteren Krippenraum, außerdem die Küche mit angefügtem Speisesaal, ein Atelier sowie Vorschul- und Besprechungs- bzw. Pausenraum. Außer der raumbreiten Treppe sind die beiden Geschosse über eine Aufzugsanlage barrierefrei verbunden; zwei gerade Fluchttreppen an den Stirnseiten des Gebäudes führen vom Obergeschoss unmittelbar ins Freie.

Die Kindertagesstätte erhielt das Gütesiegel Gold der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Dafür wurden unter anderem alle verbauten Materialien geprüft und dokumentiert. Die Bodenbeläge wirkten sich auf die Bewertung durch ihre Ökobilanz und geringen Schadstoffemissionen positiv aus.

Boden
Die meisten Böden im Gebäude sind mit Parkett auf einem Heizestrich (60 mm über 17 mm Heizrohr) ausgestattet. In den Gruppenräumen und Fluren ist das 10 mm dicke Eiche-Zweischichtparkett im englischen Verband vollflächig verklebt, seine Oberfläche geölt. Der Estrich ist auf 25 mm dicken Tackerplatten schwimmend verlegt, die außer zur Befestigung der Fußbodenheizungsrohre auch dem Trittschallschutz dienen. Es folgt eine 30 mm dicke Wärmedämmung. Im EG ist eine bituminöse Abdichtung (5 mm) gegen Bodenfeuchtigkeit oberhalb der Stahlbetondecke aufgebracht.

Der signalgrüne Bodenbelag im Mehrzweckraum und der hellbraune im Atelier sind aus 2 mm dickem Kautschuk, der ebenfalls vollflächig auf dem hier 63 mm dicken Heizestrich verklebt wurde. Die Unterkonstruktion ist wie oben beschrieben ausgeführt. Lediglich bei den Treppen gab es ein Änderung: Hier wurde der Belag auf zwei 24 mm dicken Lagen aus im Kreuzverband verschraubten Spanplatten aufgebracht, die auf den schalltechnisch entkoppelten Stahlbetontreppen und einer 5-mm-Ausgleichsschicht montiert sind. Zur Verstärkung der Stufenvorderkanten dient ein Edelstahlprofil unterhalb des Kautschukbelages.

Als weitere Bodenbeläge kommen im Kinderwagenabstellraum ein beschichteter Estrich, in den Sanitärbereichen Mosaikfliesen und in den Abstellräumen ein hellgrau gesprenkelter 2,5 mm starker Linoleum mit Oberflächenvergütung zum Einsatz. Die begehbaren Einbaumöbel in den Gruppenräumen sind aus lackierten MDF- bzw. Spanplatten und haben ABS-Sicherheitskanten. Alle Böden sind rutschhemmend ausgeführt.

Bautafel

Architekten: Kadawittfeldarchitektur, Aachen/Berlin
Baubeteiligte: Krüger Fußbodenbau, Neu Wulmstorf (Ausführung Böden); Boen Parkett, Mölln (Parkett); Nora Systems, Weinheim (Kautschukboden); DLW Flooring, Bietigheim-Bissingen (Linoleum)
Bauherr: Beiersdorf, Hamburg
Standort: Hamburg
Fertigstellung: 2014
Bildnachweis: Werner Huthmacher, Berlin; Kadawittfeldarchitektur, Aachen/Berlin

Architektenprofil

kadawittfeldarchitektur
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