Betriebskindergarten Sillpark in Innsbruck

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Zonierung durch farbiges Linoleum

Anfang der 1990er-Jahre wurde das innerstädtische Einkaufszentrum Sillpark nach einem Entwurf des Architekturbüros ATP auf dem Areal der ehemaligen Textilfabrik Rhomberg in Innsbruck gebaut. Zwanzig Jahre später gewann das Büro einen geladenen Wettbewerb zur Ergänzung des Gebäudes. Entstanden ist ein viergeschossiger Bau, der mit dem Bestand verbunden ist und einen der Innenstadt zugewandten öffentlichen Platz fasst. Der Bodenbelag des Freiraums sowie die Sockelzone des Neubaus sind in Naturstein ausgeführt. Im Gegensatz dazu steht das obere Volumen mit seiner Glasfassade: Es kragt 18 m aus und überdacht einen öffentlichen Radweg und die Feuerwehrzufahrt. Verschiedene Glasoberflächen – klar und satiniert – strukturieren die Fassade, die bei Nacht durch integrierte Lichttechnik das Volumen zum Leuchten bringt.

Neben Gewerbeflächen, Gastronomie, einem Veranstaltungssaal und einer Kinderbetreuungsstätte gibt es auf dem Dach des Neubaus einen betriebseigenen Kindergarten. Ihm liegt das pädagogische Konzept des Aktivkindergartens zugrunde, welches den Kindern die freie Wahl der Spielgruppen und Aktivitäten ermöglicht. So ergeben sich auf 400 m² ineinander übergehende Räume, deren Nutzung variabel bleibt.

Über eine vorgelagerte Flurzone betreten Kinder, Eltern und Erzieher den großzügigen Flur mit Garderobenbereich. Der Technikbereich befindet sich links vom Eingang und bildet eine Art starres Rückgrat; rechts weitet und verjüngt sich der Flur durch eine Schrägstellung und Abrundung der Gruppenraumwände, sodass die Nutzer in die Tiefe des Kindergartens gezogen werden und abwechslungsreiche Raumerfahrungen entstehen. Des Weiteren befinden sich im hinteren Teil ein Bewegungs- und Ruheraum, ein Werk- sowie ein Speiseraum.

Ein durchgehendes Glasoberlichtband, großzügige Öffnungen sowie bunte Röhren in der Wand ermöglichen sowohl Einblicke und Durchgänge als auch das gemeinsame Agieren. Die Glasfassade schafft Sichtbezüge zum Außenraum und die Dachterrasse erlaubt das Spielen im Freien – über den Dächern der Stadt.

Boden
Die unterschiedlichen Räume wurden farblich gestaltet: Der Garderobenbereich und der Flur sind mit einem dunkelgrauen Linoleumboden ausgestattet, hellgraue Kreise als Intarsien in der dunklen Oberfläche zeigen Verbindungen zu anderen Zonen auf. Auch im Speise- und im Werkraum ist der Boden dunkel gehalten und betont so die farbigen – knallgrünen bzw. signalroten – Fronten der Einbaumöbel. In den Aufenthaltsräumen kehrt sich dies um: Das Linoleum der Spielräume ist, wie auch wenige Wandflächen, in Gelb bzw. Orange gehalten und mit runden Intarsien in Rot und Grau versehen; im Bewegungs- und Ruheraum trägt der Boden ein tiefes Blau. Möbel, Einbauten und Türen sind aus hellem Holz gefertigt. Das gewählte Linoleum ist rutschhemmend und trittelastisch. Eine werkseitig aufgebrachte Polyurethan-Oberflächenvergütung macht den Belag unempfindlich gegen Schmutz, Kratzer und Absatzverstrichungen.

Im Außenraum wird das Konzept der Zonierung über farbige Bodenbeläge fortgeführt. Eine Terrasse aus splitterfreiem Akazienholz bildet unter einem Sonnensegel einen geschützten Übergang von innen nach außen. Rotorange Gummigranulat- und grüne Kunstrasenflächen sowie große Sandkästen bilden auf der 360 m² großen Dachterrasse verschiedene Spielbereiche.

Bautafel

Architekten: ATP Architekten und Ingenieure, Innsbruck
Projektbeteiligte: Gerhard Oberrauch, Veronika Mair, Eva Maneschg/ATP, Innsbruck (Architektur); Georg Wartelsteiner, Alexander Lengauer/ATP, Innsbruck (HKLS); Wolfgang Göbl, Werner Millinger/ATP, Innsbruck (Elektro); Markus Moll, Günther Gogl/ATP, Innsbruck (Interior); Gerhard Zangerl/ATP, Innsbruck (Bauaufsicht); DLW Flooring, Bietigheim-Bissingen (Linoleum Colorette)
Bauherr: ISP Leasing, Salzburg
Fertigstellung: 2008
Standort: Museumstraße 38, 6020 Innsbruck
Bildnachweis: Alexander Dyja, Innsbruck

Architektenprofil

ATP architekten ingenieure
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