Mode- und Geschäftshaus in Lübeck

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Dach aus freispannenden Betonschalen

Die gesamte Anlage besteht aus zwei verschiedenen Baukörpern: ein Objekt befindet sich auf dem Grundstück des ehemaligen Stadthauses von Lübeck und eins umfasst die jetzt neu erstellten Gewerberäume für die Ladenkette Peek & Cloppenburg. Dieser Baukörper ist an den Längsseiten, d.h. am Markt und an den so genannten Schlüsselbuden, in acht Joche gegliedert. Er besteht aus insgesamt drei überirdischen Geschossen. Die in der Fassade integrierten "Säulen" tragen die seitlichen Traufpunkte der halbkreisförmigen Dachschalen.

Die Fassade ist in großen Teilbereichen vollständig verglast, hat aber vertikal angeordnete Ziegel-Lamellen, deren angewinkelte Stellung zur Fassadenfläche als Sonnenschutz dient. Zudem reduzieren die Lamellen den ungehemmten Einblick nach Innen.

Beton
Blickfang des Baus ist zweifellos das eindrucksvolle Dach, dessen Form an Hals an Hals liegende Weinflaschen erinnert. Die Traufhöhe beträgt ca. 13 Meter, der Firstscheitel liegt in einer Höhe von 19 Metern. Die Unterkonstruktion besteht aus dreidimensional gebogenen Betonschalen. Diese sind freitragend und verfügen über eine Spannweite von bis zu 28 Metern und eine Dicke von 15 cm. Auf den Betonschalen liegt als unterste Schicht die erforderliche Dampfbremse, dann folgt als Wärmedämmung eine 160 mm dicke Mineralfaser. Die Eindeckung selber besteht aus einer vorgerundeten Aluminium-Schale, die mit Hilfe von Z-Profilen oberhalb der Wärmedämmung befestigt ist.

Bautafel

Architekten: Ingenhoven, Overdiek und Partner, Düsseldorf; Prof. Kahlen, Planungsgesellschaft, Aachen
Projektbeteiligte: August Prien Bauunternehmung, Hamburg (Generalunternehmer); Rettiger, Kutzborski, Berlin (Ausführunsplanung), Werner Sobek Ingenieure, Stuttgart (Sonderstatik Dachschale)
Bauherr: Marktplatz Lübeck GbR, Aachen
Fertigstellung: Februar 2005
Standort: Lübeck
Bildnachweis: Ingenhoven und Partner, Düsseldorf

Architektenprofil

Ingenhoven Architects