Land- und Amtsgericht in Frankfurt/Oder

Bildergalerie | 1 | 2 | 3 |

Tragende und dämmende Schale aus Leichtbeton

Der Neubau des Land- und Amtsgerichts der Stadt Frankfurt/Oder wurde am Stadtrand in der Nachbarschaft ehemaliger Kasernengebäude errichtet. Der fünfgeschossige Baukörper auf quadratischem Grundriss hat die Ausmaße 60 x 60 Meter und setzt sich aus zwei Büroflügeln und einem Saaltrakt zusammen.
Die Strafgerichtssäle nehmen die beiden unteren Ebenen ein, die kleineren Zivilgerichtssäle sind oben angeordnet. Auf Galerien, die sich zur zentralen Halle hin konzentrieren, befinden sich die Zugänge und Wartebereiche.
Das Gebäude beherbergt außerdem Archive, eine Bibliothek, eine Cafeteria und einen Haftbereich. Für diese Sonderbereiche stammt die komplette Ausbau- und Möblierungsplanung von den Architekten.

Beton
Die Fassaden des Hauses sind monolithisch aus 65 – 90 cm Leichtbeton hergestellt. Diese Konstruktion verleiht dem Gebäude die gewünschte plastische Wirkung und erreicht die geforderten Wärmedämmqualitäten. Der konstruktive Außenwandaufbau wurde als Pilotprojekt durch verschiedene Institute wissenschaftlich begleitet.

Als dämmender und gleichzeitig tragender Werkstoff kam ein Leichtbeton LB 15 zum Einsatz. Um die Hydrationswärme niedrig zu halten wurde eine Hochofenzement CEM III A verwendet. Da der Umgang mit Leichtbeton für alle Beteiligten eine Besonderheit darstellte, wurden die Betonrezepturen und die -verarbeitung zuvor an Probewänden optimiert. So konnte auch ein verbindliches Muster für die Sichtqualität der Oberflächen definiert werden.

Bautafel

Architekten: Bumiller & Junkers, Berlin
Projektbeteiligte: Pichler Ingenieure, Berlin (Tragwerksplanung)
Bauherr: Liegenschafts- und Bauamt Frankfurt/Oder
Fertigstellung: 2005
Standort: Müllroser Chaussee, Frankfurt/Oder
Bildnachweis: Werner Hutmacher, Berlin (1, 2); Bumiller & Junkers, Berlin (3)

Standort in Google Maps anzeigen