Umweltbundesamt in Dessau
Glas und Holz im Wechsel
Im Norden der Stadt Dessau wurde im ehemaligen Gasviertel das Gebäude des Umweltbundesamtes errichtet. Auf dem Gelände befindet sich neben einem alten Fabrikgebäude der Gasgeräteherstellung auch der ehemalige Wörlitzer Bahnhof, dessen historisches Gebäude nun als Informationszentrum für das Umweltbundesamt dient. Die Gebäudekonzeption der Berliner Architekten Sauerbruch Hutton besteht aus einer langen viergeschossigen fließenden 'Büroschlange', die sich zu einer langgestreckten Schlaufe ausformt. Die Längsseiten der Schlaufe werden mittels Querriegel verbunden. Um einen Eingangsbereich auszubilden, wurde das schlangenförmige Gebäude zu einem offenen U weitergeführt. Der daraus entstehende - zur Straße hin geöffnete - Hof ist mit einem gefalteten Glasdach und einer Glasfassade geschlossen. Innerhalb des Hofes wurde ein freistehender Hörsaal und im integrierten alten Fabrikgebäude eine Bibliothek errichtet. Die Baukosten für das Projekt lagen bei rund 62 Millionen Euro.
Fensterbänder
Die Fassaden sind horizontal in acht Fensterbänder gegliedert. Auf der Außenseite verkleiden Verschalungen aus Lärchenholz in Abwechslung mit gläsernen Fensterbändern den Brüstungsbereich. Transparente und farbige Glasflächen bilden durchgängig die Oberfläche der Fensterzone. Ihr charakteristisch räumliches Aussehen mit tiefen Fenstereinschnitten erhält die Fassade durch die Anordnung der Fenster auf der Innenseite und nicht mittig in der Dämmebene.
Seitlich der Fenster ist ein Lüftungsfenster integriert. Die Leibung ist mit lamellenartig ausgebildeten Aluminiumpaneelen versehen, innenseitig sind opake Lüftungsfenster angeordnet. Diese werden nachts automatisch motorisch geöffnet und gewährleisten die erforderliche Lüftung. Der Glasflächenanteil beträgt in der Außenfassade ca. 35% und in der Innenfassade ca. 65%. Zwischen der Doppel- und der hinterlüfteten Einfachverglasung befindet sich ein Lamellen-Sonnenschutz, der ausschließlich manuell bedient wird.
Bautafel
Architekten: Sauerbruch Hutton Architekten, Berlin
Projektbeteiligte: Bovis Lend Lease I'RW AG, München (Projektsteuerung); Zibell, Willner und Partner, Berlin-Dresden-Leipzig (Energieplanung und Simulation für Heizung, Raumluft und Tageslicht); Krebs & Kiefer, Berlin (Tragwerksplanung)
Bauherr: Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnwesen, Berlin
Fertigstellung: Mai 2005
Standort: Dessau
Bildnachweis: Annette Kisling Fotografien, Berlin (1,3), Benedikt Hotze, Berlin (2)