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Modernisierung/Umbau

Plenarsaal des Bayerischen Landtags in München

Lichtbänder über Staubdecke, Galerie Rampensystem führt zu Regierungsbänken Anschluss Galerie Außenfassade, Fensteröffnung

Bildergalerie | 1 | 2 | 3 | 4 |

Schwellenlose Erschließung mit umlaufender Rampe

Seit Ende des Zweiten Weltkriegs befindet sich der Bayerische Landtag in den ehemaligen Galerieräumen des 1874 nach Plänen von Friedrich Bürklein fertig gestellten Maximilianeums. Im Südflügel wurde 1949 der Plenarsaal eingerichtet und in dieser Form bis zum Jahr 2003 benutzt. Um die funktionalen Anforderungen an ein modernes Parlament zu erfüllen und die Arbeitsbedingungen der Abgeordneten zu verbessern, wurde im Jahr 2000 ein Umbau-Wettbewerb ausgeschrieben und später das Büro Staab Architekten, welches schon Anbauten an der Ostseite des Maximilianeums realisiert hatte, mit der Ausführung beauftragt.

Die Architekten haben eine Raumidee entwickelt, die den zeitgemäßen Bedürfnissen entspricht und gleichzeitig der Beengtheit der vorhandenen Hülle und der schwierigen Raumproportion– der Saal ist ca. 14 m breit und 30 m lang, entgegenarbeitet. Von Juli 2004 bis Dezember 2005 wurden die Belichtung und Belüftung, der Brandschutz, der Besucherzugang und nicht zuletzt die Funktionalität der 166 Abgeordnetenplätze optimiert.

Der Saal wurde um 180 Grad gedreht: das Präsidium befindet sich nun nicht mehr an der Westseite, sondern an der Ostseite. So ergab sich eine selbstverständlichere Erschließung für die Parlamentarier von der westlichen Wandelhalle und dem Lesesaal. Die Plätze der Abgeordneten sind in konzentrischen Sitzreihen organisiert und mit drehbaren sowie vorwärts und rückwärts beweglichen Stühlen ausgestattet. An der westlichen Längsseite wurde eine neue Zentraltribüne mit 133 Plätzen für Besucher, Presse und Ehrengäste errichtet. Der Plenarsaal ist mit einer semitransparenten Lichtdecke ausgestattet (siehe Artikel im Baunetz Wissen Licht). Er erhielt, im sanft aufsteigenden Doppelboden, eine Teilklimaanlage und eine neue brandsichere Elektroinstallation sowie eine moderne Medientechnik. Die Vertäfelungen und Einbauten aus hellem Eichenfurnier und die roten Ledersitze nehmen das ursprüngliche Material- und Farbkonzept wieder auf. Die Baukosten betrugen insgesamt 9,9 Mio. EUR.

Barrierefreies Bauen
Der gesamte Plenarbereich ist barrierefrei gestaltet. Die Erreichbarkeit des Saals, die Zugänglichkeit der Zuschauertribüne und die Orientierung innerhalb des Gebäudes sind deutlich verbessert geworden. Die Ausstattung mit Aufzügen, Rampen, Behindertentoiletten etc. entspricht den Vorschriften der DIN 18024 Teil 2.

Im Plenarsaal werden durch eine umlaufende Rampe die Regierungsbank, die Rednertribüne sowie die vorderste und die hinterste Reihe der Abgeordnetenplätze schwellenlos erschlossen. Mit den in Stufen ansteigenden, übrigen Sitzreihen ergibt sich jeweils nur ein geringer Verschnitt, der bei Bedarf angeglichen werden kann. Einzig der Platz für das Präsidium wird noch über zwei Stufen erreicht.

Aufgrund der gegebenen Raumabmessungen konnten einzelne Vorschriften der DIN nicht überall erfüllt werden. So ist die Rampe geringfügig steiler als 6% und auch länger als erlaubt bzw. ohne Zwischenpodest. Die Flurbreiten sind an einigen Stellen geringer als nach DIN vorgeschrieben. Insgesamt hat sich die Atmosphäre und die Benutzbarkeit des Plenarsaals – nicht nur für Abgeordnete und Besucher mit Behinderungen oder Rollstuhlfahrer - wesentlich verbessert. -th

Bautafel

Architekten: Staab Architekten, Berlin
Projektbeteiligte: IMP Ingenieure, München (Bauleitung); ENT, Burghausen (Elektroplanung); Ingenieurbüro Pitscheider, München (HLS-Projektplanung); Ingenieurbüro Siebenson und Bracher, München (Statik)
Bauherr: Freistaat Bayern, vertreten durch das Universitätsbauamt München
Fertigstellung: 2005
Standort: München Haidhausen
Bildnachweis: Jens Achtermann, Berlin (1) und Werner Huthmacher Fotografie, Berlin (2,3)
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  • Zum Thema

  • DIN 18024 Barrierefreies Bauen

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