"Else-Club" in Moskau

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Farbkonzept entsprechend der Jahreszeiten

Viel Kapital konzentriert sich in Moskau nach dem Wirtschaftsaufschwung Russlands innerhalb der letzten zehn Jahre. So soll die Hauptstadt derzeit die Stadt mit der weltweit höchsten Millionärsdichte sein und gleichzeitig die mit den meisten Bauprojekten in Europa. Die Nachfrage nach dem Besonderen und nach Exklusivität ist hier groß. Um aus dieser Nachfrage Kapital zu machen, plant die Firma Krost, eine der größten Moskauer Bau- und Investitionsunternehmen, den Bau zahlreicher Wellness-Center mit gehobener Ausstattung. Das erste realisierte Objekt ist der Else-Club in Moskau.

Den passenden Standort dafür fand das Unternehmen außerhalb des Stadtzentrums im Norden in den beiden unteren Etagen eines gerade fertiggestellten 25-stöckigen Hochhauses. Mit einer Nutzfläche von etwa 5.000 m² bieten sie genügend Raum für eine Wellness-Oase. Für die Konzeptentwicklung beauftragte der Investor das Planungsbüro 4A Architekten aus Stuttgart, das bereits für zahlreiche Bäder und Thermen - beispielsweise die Bodenseetherme in Konstanz - verantwortlich zeichnet.

"Else" aus dem Englischen übersetzt bedeutet "anders", und so steht der Club seinem Namen entsprechend im äußeren Kontrast zu seiner Umgebung. Ein Sockel, dessen Grundriss größer ist als die darüber liegenden Etagen, scheint unter das Hochhaus geschoben zu sein. Ein futuristisch anmutendes Vordach, verkleidet mit silbernen Blechpaneelen, löst sich gestalterisch gänzlich von der schlichten Fassade des übrigen Gebäudes ab. Markanter Blickpunkt sind auch die grünen, drehbaren Lamellen, die im ersten Obergeschoss vor die Glasfassade montiert sind. Sie verdunkeln die Innenräume und stellen mit frischen, kräftigen Grüntönen den Bezug zur umliegenden Natur her.

Zentrales Thema der Wellnessanlage der 5-Sterne-Kategorie ist das Zusammenspiel zwischen Architektur und Natur: Ost- und Westfassaden sind vollständig verglast und die umliegende, parkartige Landschaft wird auch im Innenraum erlebbar.

Vom zentralen Eingangsbereich im ersten Obergeschoss aus werden Schwimmbad, Sauna, Umkleide, Fitness, Spa und Restaurant erschlossen. Offene und fließende Übergänge zwischen den einzelnen Funktionsbereichen vermitteln Großzügigkeit. Galerien und Ebenen sind verbunden durch freie Treppen und dazwischen entstehen Lufträume über zwei Geschosse - entstanden ist ein spannungsvoller Raum, der an eine begehbare Skulptur denken lässt.

Bad/ Sanitär
Die Farbgestaltung des Clubs entstand in Anlehnung an die vier Jahreszeiten. Die im Erdgeschoss gelegene Badelandschaft steht für den Winter; hier sind die Becken ausgekleidet mit Glasmosaikfliesen in kühlem Blau-Grau. Im Anschluss daran befindet sich die Sauna, deren Farbigkeit sich am Frühling orientiert. Der Fitnessbereich erstreckt sich über zwei Geschosse und ist in hellen Naturfarben gestaltet, die zusammen mit dem uneingeschränkten Blick in die umliegende Waldlandschaft den Sommer symbolisieren. Besonders edel in herbstlichen Farbtönen stellt schließlich der Spa- und Wellnessbereich das Herzstück des Clubs dar. Ein organisch geformter Körper, dessen Außenwände mit Blattgold belegt sind, steht wie eine Insel in einem flachen Wasserbecken. Hier befindet sich der Ruheraum, von dem aus die Besucher über Trittsteine im Wasser zu den Behandlungsräumen gelangen.

Die Waschtische sind mit Elektronikarmaturen ausgestattet. Die Einhebelmischer reagieren auf Annäherung mittels Infrarot-Technologie, das Wasser fließt und stoppt automatisch ohne Berühren der Armaturen. Diese erfüllen damit hohe Ansprüche an die Hygiene und sind besonders ökonomisch, denn der Wasserverbrauch regelt sich nach aktuellem Bedarf. Große Tellerkopfbrausen in den Duschen sorgen für einen angenehmen Brauseregen. Lackierte Glasflächen in kräftigen Grüntönen stellen auch hier den Bezug zur Natur her.

Bautafel

Architekt: 4a Architekten, Stuttgart,
Projektbeteiligte: Kannewischer Ingenieurgesellschaft mbH, Baden-Baden ( HLS und Bädertechnik); Ulrike Brandi Licht, Hamburg (Lichtplanung); Ingenieurbüro Scholze, Berlin (Elektroplanung); Hansgrohe AG, Schiltach (Armaturen)
Bauherr und Betreiber: Krost Industrial Building Company, Moskau/RU
Fertigstellung: September 2007
Standort: Park Prokrovskoje-Streschnevo, Moskau
Bildnachweis: 4a Architekten, Stuttgart (1-4); Krost Industrial Building Company, Moskau (5,6,8-11); Hansgrohe AG, Schiltach (7,12)