Hotel Budersand in Hörnum auf Sylt
Baden mit Blick auf die Nordsee
In Hörnum, dem südlichsten Ort auf der Nordseeinsel Sylt, liegt das Hotel Budersand. Eingebettet in die Dünenlandschaft neben dem kleinen Yachthafen von Hörnum und direkt am Meer ist es Teil eines ehemals militärisch genutzten und insgesamt 73 Hektar großen Grundstücks. Hier entstand zunächst ein 18-Loch-Golfplatz mit Golfhaus und Restaurant, an dessen südlichen Rand nun das dazu gehörige Hotel nach Plänen von dko Architekten aus Berlin anschließt.
Den Architekten gelang es, das komplexe Raumprogramm mit rund 14.500 m² Geschossfläche harmonisch in die Dünenlandschaft zu integrieren. Der Gebäudekomplex besteht aus einem durchgehenden Erdgeschoss und vier maximal dreigeschossigen, kubischen Baukörpern, die sich um vier Innenhöfe gruppieren und über Brücken und Dachterrassen miteinander verbunden sind. Eine vorgehängte Lamellen-Fassade aus nordamerikanischem Zedernholz dient als Sonnenschutz, fungiert als Terrassenbrüstung und schafft außerdem den Bezug zur Natur. Durch wechselnde Lichtverhältnisse schimmert das silbergrau verwitterte Holz mal ähnlich wie das Wasser in hellem Blaugrau und mal in den sandigen Beigetönen der Dünenlandschaft.
Das Erdgeschoss ist gefertigt aus Stahlbetonstützen und -platten, die Obergeschosse sind in Schottenbauweise errichtet. Eine Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Holz und Aluminium bildet die Fassaden, die Dach- und Terrassenflächen sind mit Holzdecks ausgestattet oder intensiv begrünt.
Das Hotel wird von Süden erschlossen. Um ein zentrales und großzügiges Foyer gruppieren sich Restaurant, Bar, Vinothek und Banketträume sowie ein Spa-Bereich mit über 1.000 m² und Blick aufs Meer. Über die Innenhöfe gelangt nicht nur Tageslicht bis ins Erdgeschoss, sondern sie schaffen auch die vertikale Verbindung der Geschosse untereinander.
Mit der Auswahl der Farben, Materialien und Texturen für die Innenräume bezieht sich der Hamburger Innenarchitekt Jan Wichers bewusst auf den Ort. So dienten beispielsweise die wechselnden Farben des Meeres, die Dünenlandschaft, Strandkörbe und Holzstege als Inspirationsquelle für die sachlich reduzierte, wohnliche Einrichtung, in der helle Beigetöne vorherrschen. Einfache, hochwertige Materialien wie Holz, Leder, gewebte Gardinen und Jura-Marmor im Eingangsbereich schaffen eine Verbindung zwischen Gebäude und Natur. Vom Foyer aus führen zwei einläufige, einander gegenüber liegende Treppen in die Obergeschosse. Kurze Flure und schmale Gassen, die stets neue Ausblicke bieten und in Brücken oder auf unterschiedlichen Terrassenniveaus münden, sollen das Gebäudeinnere als architektonische Landschaft erscheinen lassen und urbane Raumsequenzen schaffen. Den Hotelgästen steht im ersten Obergeschoss eine Bibliothek zur Verfügung.
Bad und Sanitär
Die insgesamt 79 Zimmer und Suiten sind zwischen 21 und 65 m² groß und haben jeweils eine eigene Terrasse mit Blick auf das Meer, die Dünenlandschaft oder den Golfplatz. Breite, Raum hohe Fensterfronten sollen eine großzügige und luftige Atmosphäre vermitteln. Naturtöne und hochwertige Materialien wie Eichendielen für die Böden, geflochtene Betten und schlichte Holz- und Ledermöbel bestimmen die Einrichtung.
Bei einigen Zimmern orientieren sich die Bäder zur Fensterfront, so dass Gäste aus der freistehenden Badewanne den Ausblick zum Meer genießen können. Bei anderen Zimmern liegen die Bäder innen, sind aber durch lange Wandöffnungen teilweise mit den Zimmern verbunden und bieten ebenfalls Ausblicke nach draußen. Die Böden in den Badezimmern und die Waschtischplatte sind aus sandfarbenem Kalkstein Bianco Perlino gefertigt. Eingelassen in die Waschtischplatte sind zwei eckige Waschbecken aus weißem Kunststoff. Passend zur hochwertigen Ausstattung wählte der Innenarchitekt Armaturen in klaren, geometrischen Formen mit hochglänzend verchromter Oberfläche. Am Waschtisch sorgen Standarmaturen mit Einhebelmischer, geformt als Joystick in geradlinigem Design, für einfache Bedienbarkeit: Durchflussmenge und Wassertemperatur lassen sich damit leicht und schnell steuern.
Zum Spa-Bereich gehören verschiedene Saunen, ein innenliegendes Schwimmbad, ein Dampfbad, Räume für kosmetische Anwendungen, Gymnastik- und Kardioraum sowie eine Spa-Suite für zwei Personen. Das Schwimmbad lässt sich in unterschiedlichen Farben beleuchten und bietet ebenfalls Blick aufs Meer.
Bautafel
Architekten: dko Architekten, Berlin
Projektbeteiligte: Studio Jan Wichers, Hamburg (Innenarchitektur); Wiggenhorn & van den Hövel, Hamburg (Landschaftsplanung); Ubor, Köthen (Fassade); Hansgrohe, Schiltach (Armaturen); Hamburg Design, Licht (Lichtplanung); Zumtobel, Linz/ A (Lichtsteuerung)
Fertigstellung: 2009
Standort: Am Kai 3, Hörnum auf Sylt
Bildnachweis: Jana Ebert, Berlin (1+5-18); dko Architekten, Berlin (3+4)
Surftipps
www.baunetzwissen.de/Flachdach > Golfhaus in Hörnum auf Sylt

