Air Lounge im Flughafen Wien, Schwechat/A

Bildergalerie | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | ... | 19 |

WC-Bereiche in Grün-Weiß

Der Flughafen Wien befindet sich 16 km südöstlich der Hauptstadt im niederösterreichischen Schwechat. Im Dezember 2009 wurde die neu gestaltete, 270 m² große Air Lounge eröffnet. Sie ist unmittelbar hinter der Passkontrolle im Pier Ost angeordnet und gewährt Besuchern den freien Blick auf das Vorfeld. Etwa 20.000 Passagiere besuchen die Lounge jeden Monat. Um den unterschiedlichen Anforderungen der Wartenden gerecht zu werden, schufen die Architekten von Illichmann-architecture in Partnerschaft mit Syntax Architektur eine Einheit mit unterschiedlichen Nutzungsinseln.

Die ursprüngliche Lounge bestand aus zwei nebeneinander liegenden Räumen. Deren Verbindung wurde geöffnet und ein dritter Raum integriert. Besucher gelangen zunächst zum Empfangstresen und von dort in die Food and Drink Area mit einer Selbstbedienungstheke und zwei langen Tischen mit Barhockern. Es folgt die Business Area mit zahlreichen Sitzgelegenheiten, Beistelltischen und Netzanschlüssen. Diese Zone geht fließend über in die Working Area mit drei Arbeitsplätzen, jeweils ausgestattet mit Computer und Drucker. Den Abschluss bildet eine Relax Zone mit bequemen Sesseln und Sofas.
 
Die Bereiche sind klar ablesbar, damit Nutzer sich gut orientieren können. Personen mit kurzer Aufenthaltsdauer halten sich eher im vorderen Bereich einer Lounge und Passagiere mit längerer Aufenthaltsdauer im hinteren, ruhigeren Bereich auf. Daher nehmen die Aktivitäten vom Eingang bis zum Ende des Raumes ab und die Privatheit zu. Gestalterisch unterstützt wird dies durch luftige Schnurvorhänge, die sich je nach Blickwinkel verdichten und durch die Deckenbeleuchtung in Szene gesetzt werden. Das Licht wird an der feinen Struktur der Fäden gebrochen, Luftzüge spielen mit den Vorhängen ähnlich wie mit Wolken. So soll Bewegung in die starren Innenräume gebracht und eine Verbindung zum Luftraum hergestellt werden.

Als verbindendes Element der verschiedenen Bereiche dient ein dunkelgrauer textiler Bodenbelag mit durchlaufendem Muster. Er ist strapazierfähig und dämpft den Raumschall. Die Möbel aus indischem Apfelbaumholz in einem warmen Braunton mit starker Maserung sorgen für einen wohnlichen Charakter. Die Arbeitsplätze in der Working Area sind mit Linoleum bezogen, weil es eine angenehme Oberflächentemperatur bietet. Für farbige Akzente in der Business Area sorgen bunte Würfel aus Kunstleder, die neben den Sesseln als Beistelltische fungieren. In die Fronten der Würfel sind Steckdosen integriert. Im hinteren Teil der Relaxzone stehen große Ohrensessel aus Leder, im vorderen, schmalen Teil schaffen rote Stoffsofas mit hohen Rücken- und Armlehnen Privatheit.
 
Bar und Bad
Die stark beanspruchten Bodenflächen in der Food and Drink Area sind ausgestattet mit dunkelgrauem Schiefer. Die Tische sind gefertigt aus Apfelbaumholz mit einer Auflage aus besonders widerstandsfähigen Aluminiumverbundplatten. Auch die Arbeitsflächen im Bereich der Theke und der Bar sind aus solchen Platten, die Kühltheke ist aus Edelstahl gefertigt.
 
Die WC-Anlage soll frisch und leicht erscheinen, die Planer wollten außerdem einen Bezug zur Natur herstellen. Boden und Wände sind versehen mit Mosaikfliesen in einem grün-weißen Farbverlauf nach Festlegung der Architekten, der am Computer errechnet wurde. Die WC-Trennwände sind eine Sonderanfertigung vom Schreiner; in den Zwischenraum der Verbundsicherheitsgläser wurden echte  Weinblätter eingelegt. Der Waschtisch mit zwei Becken ist aus Corian gefertigt und erscheint wie aus einem Guss. Der Spiegel wird an der Decke ein Stück weitergeführt, damit der Raum größer erscheint. Der Einhebelmischer am Waschtisch entspricht dem Standard am Wiener Flughafen. Die Urinale im Herren-WC sind mit Sensortechnik ausgestattet, die Spülung der WCs wird über Drückerplatten ausgelöst.

Bautafel

Architektur: Illichmann-architecture, Wien/A in Partnerschaft mit Syntax Architektur, Klosterneuburg/A
Projektbeteiligte: FunderMax, St. Veit/Glan/A (Tisch- und Arbeitsplatten); Kludi, Menden (Armaturen WC); Goldor Mosaico International, Maintal (Glasmosaik WC); Carpetconcept, Bielefeld (Teppichboden); Ado, Aschendorf (Vorhänge); Bau- und Möbeltischlerei Ignaz Gangl, Rauchenwarth/A (Schreinerarbeiten)
Standort: Flughafen Wien, Schwechat/A
Fertigstellung: 2009
Bildnachweis: Flughafen Wien/A, Roman Bönsch

Standort in Google Maps anzeigen