Wohnhaus Alte Kolonie in Ludwigshafen

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Innendämmung + Dachausbau mit Gipsbauplatten mit Latentwärmespeicher

Das hier beschrieben Doppelhaus-Projekt befindet sich mitten in einer klassischen Werkssiedlung im Ortsteil Friesenheim. Die komplette Siedlung mit dem Namen "Alte Kolonie" wurde vor mehr als 100 Jahren errichtet und steht im Denkmalkataster der Stadt Ludwigshafen. Die ersten Gebäude wurden bereits um 1870 für Arbeiter und Aufseher erbaut, Typenvarianten sind in weiteren Bauphasen in den Jahren 1890 bis 1939 hinzugefügt worden. (Die Sodastraße 40 wurde 1892 errichtet).
Nach der Sanierung sind vier Wohneinheiten entstanden (früher sechs): zwei Zwei-Zimmer-Wohnungen mit jeweils 77 m² im EG und in den OGs zwei Maisonette-Wohnungen mit jeweils 145 m².
Das Doppelhaus ist ein Pilotprojekt, an dem beispielhaft eine energetische Sanierung durchgeführt wurde, die auch auf den restlichen Siedlungsbestand angewendet werden kann. Ziel war die Minimierung des Primärenergiebedarfs.

Sanierung/Modernisierung
Um den Energiebedarf und damit die CO2-Emission zu reduzieren, wurde der Altbau unter energetischen Gesichtpunkten saniert: Wärmedämmungen, neue Fenster und Türen sowie der Einbau von modernen Wärmeerzeugern ermöglichen einen Primärenergiebedarf von nur noch 54 kWh/m²a im Gegensatz zu 354 kWh/m²a vor der Sanierung.

Innendämmung:
Um das äußere Erscheinungsbild nicht zu verändern und die sichtbare Klinkerfassade zu erhalten, konnte der bauliche Wärmeschutz folglich nur mit einer Innendämmung hergestellt werden. Die Außenwände wurden an den Innenseiten mit einer 8 cm dicken Dämmung aus Gipskarton-Verbundelementen (Neopor kaschiert mit GK) versehen. Da der Keller nicht beheizt wird, wurde auch die Kellerdecke unterseitig gedämmt.

Dach:
Beim Dach wurde die vorhandene Ziegeldeckung abgebrochen und neue Dachelemente mit einer 40 cm dicken Neopor-Schicht sowie eine neue Ziegeldeckung eingebaut. Für den Dachinnenausbau wurden Micronal® PCM Gipsbauplatten verwendet. Die Platten sorgen aufgrund ihres Latentwärmespeichers auch bei sommerlichen Temperaturen für ein angenehmes Klima unter dem Dach. Jeder Quadratmeter Gipsbauplatte enthält drei Kilogramm mikorverkapseltes Latentwärmespeichermaterial. Das sind mikroskopisch kleine Kunststoffkapseln mit einem Kern aus Wachs. Steigt die Raumtemperatur über die bei der Herstellung definierte Schalttemperatur von 23 oder 26°C an, verflüssigt sich das Wachs im Innern der Mikrokapseln und absorbiert die überflüssige Raumtemperatur. (Die Wärmekapazität der 15 mm starken Platten entspricht damit laut Hersteller einer 9 cm starken Betonmauer.)

Weitere energetische Modernisierungs-Maßnahmen:
Zur Reduktion der Energieverluste wurde wohnungsweise eine kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung installiert. Als haustechnisches Kerngerät wurde ein Gasbrennwertkessel installiert, der von einer thermischen Solaranlage bei der Aufwärmung des Brauchwassers unterstützt wird.

Partner im Projekt Niedrigenergiehaus im Bestand der Deutschen Energie-Agentur dena sind: das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung BMVBS, die BASF und der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V. BGW.

Bautafel

Planung: LUWOGE Wohnungsunternehmen BASF GmbH, Ludwigshafen
Projektbeteiligte: Passivhaus Institut, Darmstadt (Energieberatung); Enacon GmbH, Ludwigshafen (Ingenieurbüro für Energie- und Anlagen-Consulting)
Bauherr: LUWOGE Wohnungsunternehmen BASF GmbH, Ludwigshafen
Fertigstellung: 2005
Standort: Ludwigshafen, Sodastraße 40
Bildnachweis: LUWOGE

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