Solarsiedlung in Köln
Modernisierung als Niedrigenergiehaus im Bestand
Das betreffende Gebäude wurde in den Jahren 1973/74 in Plattenbauweise erstellt. Schon während der Bauphase kam mit der Ölkrise die erste Wärmeschutzverordnung in Deutschland zum Tragen und Gebäude dieser Konstruktionsart, die sich durch zahlreiche Kältebrücken und schlechte Dämmwerte auszeichnete, hatten eigentlich ausgedient. Dennoch blieb das vorliegende Stahlbeton-Fertigteilhaus mit seinen 38 kleinen 2-Zimmer-Seniorenwohnungen und einer 4-Zimmer-Wohnung bis 2003 in der energetisch beinahe als "Dinosaurier" zu bezeichnenden Form unangetastet.
Das Bauwerk ist voll unterkellert. Oberhalb des Stahlbetonkellers wurden vier Wohngeschosse mit einem Flachdach errichtet. Die Außenwände bestehen überwiegend aus vorgefertigten 20 cm dicken Stahlbeton-Plattenelementen; die Giebelwände wurden als so genanntes „Hinzemauerwerk“, das heißt aus Beton verfüllten Bims-Formsteinen erstellt. Alle Decken sind aus Stahlbeton. Als Dachkonstruktion dient eine aufgeständerte Holzschalung mit einem darüber liegendem Kaltdach. Die Fenster bestanden aus Stahlrahmen mit Isolierverglasung. Beheizt wurde das Gebäude durch einem Gaskessel aus dem Herstellungsjahr. Die Warmwasserbereitung erfolgte zentral über eine Kesselanlage.
Sanierung/Modernisierung
Als Projektziel galt die Begrenzung des Primärenergiebedarfs auf maximal 40 kWh/m²a. Dieser Grenzwert konnte durch die umgesetzten Modernisierungsmaßnahmen auch erreicht werden:
Durch die Maßnahmen des 1. Bauabschnittes wurden die vorherigen Bestandswerte von 220 kWh/m²a auf 38 kWh/m²a - also um ganze 83% gemindert, beim 2. Bauabschnitt von 616 kWh/m²a auf nur 26 kWh/m²a.
Die energetische Sanierung beinhaltete folgende Maßnahmen und Parameter im einzelnen:
- Umbau und Erweiterung der Balkone zu „Wintergärten“ - auf Mieterwunsch Integration in den Wohnraum
- Wärmedämmung der Fassade
- Wärmedämmung der Kellerdecke
- Dämmung und Umrüstung des Daches vom Kalt- zum Warmdach
- Erneuerung der Fenster
- Austausch der Heizungsanlage:
Einbau eines Pelletkessels zur Warmwasser-Bereitung und Deckung des Heizenergiebedarfs von ca. 40 % - Deckung des Restbedarfs mit Gasbrennwerttechnik
- Installation einer 16,5 kWp - Photovoltaik-Anlage
- Innerhalb der Wohnungen wurden keine baulichen Änderungen vorgenommen, lediglich die vorhandenen Lüftungsventile mussten ausgetauscht werden.
Partner im Projekt Niedrigenergiehaus im Bestand der Deutschen Energie-Agentur dena sind: das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung BMVBS, die BASF und der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V. BGW.
Bautafel
Planung: Architekturbüro Gudrun Langmack
Projektbeteiligte: Ingenieurbüro Rene Klein(Tragwerksplanung), Planteam b & k (Haustechnik)
Bauherr: Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft "Kölner Gartensiedlung eG"
Fertigstellung: 2003 - 2004
Standort: Metternicherstr. 35, Köln
Bildnachweis: Deutsche Energie-Agentur
