Museum Ca´Pesaro in Venedig/I

Bildergalerie | 1 | 2 |

Revitalisierung eines Adelspalastes mit moderner Technik

Der alte Adelspalast, der schon seit 1902 als Museum genutzt wurde, sollte heutigen Bedürfnissen moderner Ausstellungstechnik mit den bekannten Anforderungen an optimale Beleuchtung und Klimatisierung angepasst werden. Das ist in Venedig kein leichtes Spiel, da zum einen die besondere Lage mit den Pfahlgründungen in den tiefsandigen Lagunenböden statische Besonderheiten bietet und zum anderen die herausragende Qualität des barocken Erbes einen Eingriff in die historische Bausubstanz eigentlich verbietet.
Unter dem Einfluss des Kunsthistorikers Guiseppe Mazariol (1922-1989), der die Stadtverwaltung bei ihren Bauvorhaben beratend unterstützte, wurde der Wiener Architekt Boris Podrecca beauftragt, das Ca Pesaro in ein Museum moderner Kunst umzubauen. Seit 1992 rang der Architekt in langen Diskussionen um die Ausführungsdetails der Umbaumaßnahme. Herausgekommen ist eine subtile, dennoch klar erkennbare Intervention in die historische Substanz.

Modernisierung/Sanierung
Als zweite Schicht vor der eigentlichen Wand wurden Hängewände entwickelt, die zum einen als Bildträgerwand fungieren und zum anderen - da verschieblich - Serviceinstallationen wie Klimagerät und Stromanschlüsse hinter sich verbergen. Unter die Decke gehängte Energiekanäle beherbergen sowohl die Belichtung- als auch die Klimatisierungstechnik.
Großes Augenmerk wurde auch auf die eindeutige Wegeführung und deren Sichtachsen gelegt, die sich in fein abgestimmten Terrazzobelägen und neuen Öffnungsverglasungen ablesen lässt.
An der Rückseite des Palastes zeigt ein Hof mit einem neu gestalteten Betonbrunnen das Venezia minore, das Venedig der armen Leute: alte Ziegelfassaden, Wäscheleinen und eine neue Fluchttreppe bilden seine Umfassung.

Bautafel

Architekten: Boris Podrecca, Wien/A mit Marco Zoran
Projektbeteiligte: Martina Comelato, Daniele Bazzaro (Mitarbeiter); Gianfranco Brusati architetti, Venedig/I und Studio Greggio, Treviso/I (Tragwerksplanung); Ditta Bortoli, Venedig/I (Energietechnik Heizung-Lüftung); Bartenbach Lichtlabor, Innsbruck/A (Lichtplanung)
Bauherr: Stadt Venedig
Fertigstellung: 2002
Standort: S. Croce 197, Venedig/Italien
Bildnachweis: Miran Kambic und Paola de Pietri

Standort in Google Maps anzeigen