Max-Ernst-Museum in Brühl

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Klassizistischer Altbau mit Glaspavillon

Der Maler und Bildhauer Max Ernst gehört zu den wichtigsten Malern und Bildhauern des Dadaismus und des Surrealismus. In seiner Geburtstadt Brühl waren bisher nur einige wenige Werke öffentlich zu sehen. Die Stadt wollte ihrem berühmtesten Sohn nun ein Denkmal setzen und schrieb 2001 einen Wettbewerb für ein Museum aus. Es sollte im Benediktusheim, einem 1844 in klassischem Stil errichteten zweiflügeligen Gebäude, untergebracht werden. Dieses Bauwerk in unmittelbarer Nähe vom Schloss Augustusburg stand unter Denkmalschutz und beinhaltete vorher mehrere disparate Nutzungen: Ausflugslokal, Kinder-, Mütter-, und Altenpflegeheim. Die vorhandene Bausubstanz musste ohnehin saniert werden. Den Wettbewerb gewannen der Kölner Architekt Thomas van den Valentyn mit Seyed Mohammed Oreyzi und Glora Amling.

Modernisierungsarbeiten
Der Entwurf zeichnet sich dadurch aus, dass die für die Wechselausstellungen erforderliche Fläche von 500 Quadratmetern im Untergeschoss angeordnet wurde. Dadurch konnte der umgebende Park als Gesamteindruck erhalten bleiben. Van den Valentyn hatte bereits mehrfach mit ungewöhnlichen und gelungenen Sanierungen auf sich aufmerksam gemacht. So auch bei diesem Projekt.

Mit sensiblem Geschick wurden die Eingriffe am klassizistischen Altbau auf das unbedingt Notwendige beschränkt, um die Erscheinung der u-förmigen Gesamtfigur so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Zwischen die beiden Flügel wurde ein zweigeschossiges Pavillongebäude eingefügt, dessen Wände beinahe vollständig durch raumhohe Verglasungen begrenzt werden. Hier befindet sich das Foyer mit dem Kartenverkauf, der Garderobe und einer Treppe ins Untergeschoss. Der Pavillon fungiert gleichzeitig als Erschließungskern der umgebenden beiden Altbauflügel, in denen sich die ständige Sammlung befindet. Lange Flure an der Außenseite umgreifen auf zwei Ebenen den Altbau und bilden das Rückgrat eines Museumsrundgangs. Parkettböden und weiß verputzte Wände sprechen eine bewusst sparsame Sprache und lassen die Substanz des Altbaus neutral in Erscheinung treten.

Ähnlich zurückhaltend wurde die Architektur im unterirdischen Neubau der Wechselausstellung ausgebildet: Klare geometrische Formen unterliegen dem unbewusst spürbaren Takt eines Ordnungsrasters. Die Belichtung des großen Raumes, an den sich noch ein Veranstaltungssaal mit 350 Personen anschließt, erfolgt über lange Oberlichter. Der Clou des Entwurfes besteht in der Nutzung des Daches des unterirdischen Neubaus: das Flachdach ragt nur etwa einen Meter über das Gelände und dient ebenfalls Ausstellungszwecken. Auf der steingedeckten Terrasse kommen Bronzeskulpturen von Max Ernst gut zur Geltung. Auch der Fugenschnitt der Terrassenplatten gehorcht einem strengen Raster und bildet so einen klaren Rahmen für den klassizistischen Altbau und den angrenzenden Park.

Bautafel

Architekten: Arbeitsgemeinschaft Van den Valentyn Architektur & smo Architektur, Köln
Projektbeteiligte: Eva Rupprecht, Liane Wilke, Beate Borghoff, Barbara Burghart, Bernd Drießen, Stefanie Greissinger, Chris Bosse (Mitarbeiter)
Bauherr: Stadt Brühl
Fertigstellung: 2005
Standort: Benediktusheim, Brühl
Bildnachweis: Rainer Mader, Köln für MEM

Architektenprofil

VAN DEN VALENTYN ARCHITEKTUR
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