Kindertagesstätte in Berlin-Neukölln

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Kindgerechtes Farbkonzept

Bereits 1900 wurde im Berliner Bezirk Neukölln eine Farbenfabrik in Skelettbauweise errichtet. Die Fassaden der Straßen- und Hofseite sind mit Backsteinen verklinkert. Die Obergeschosse der ehemaligen Fabrik waren bereits umgebaut und sind deshalb nicht Gegenstand der Baumaßnahmen 2007 gewesen. Der Umbau beinhaltete die Umnutzung des Erdgeschosses vom Supermarkt zur Kindertagesstätte, Trockenlegung der Kelleraußenwände, Sanierung der gesamten Backsteinfassaden sowie die Altlastenbeseitigung im Freiraum. Ebenfalls im Zuge der Baumaßnahmen wurden die Freiräume der Kindertagesstätte durch das Bezirksamt und einen Landschaftsarchitekten neu geplant und realisiert. Im 1.Obergeschoss befand sich bereits vor der Maßnahme ein Kinderhort, der über eine Treppe mit der Kindertagesstätte im Erdgeschoss verbunden bleiben sollte.

Modernisierungsarbeiten
Basierend auf dem Stützraster des Altbaus wurde das Erdgeschoss dreibündig organisiert. Entlang der Nord- und Südfassaden sind die Gruppenräume angeordnet, in der Mittelzone sind Serviceboxen eingestellt worden. Diese beinhalten die notwendigen Sanitärräume, die Verbindungstreppe zum darüber liegenden Hort im Westen und im Osten den Eingangsbereich mit einem Begegnungsbereich für Eltern und Erzieher. Den Gruppenräumen auf der Nord- und Hofseite wurden für die kleinen Kinder geschützte Freispielbereiche zugeordnet. Der Zugang befindet sich seitlich und verläuft über einen großzügig neu gestalteten Freispielbereich. Eine im Außenbereich liegende Servicebox dient als Abstellraum für Spielgeräte und Kinderwägen.

Zur Belichtung der Flure in der Mittelzone wurden die Trennwände entlang der Gruppenräume mit einem durchlaufenden Oberlicht ausgestattet. Unterhalb der Oberlichter befindet sich auf der Flurseite eine durchgehende Lichtleiste aus Edelstahl. Diese Lichtleiste nutzt die weißen Wände als Reflektoren und hält bietet ausreichend Ausstellungsfläche für Kinderbilder. Unterhalb der Oberlichter in den Gruppenräumen konnten durchgehende Einbauschränke eingebaut werden, deren Fronten in ein ausdrucksstarkes Farbkonzeptes integriert wurden.

Dieses Farbkonzept umfasst in der Hauptsache die Farbe Rot für den Fußboden und helles Grün für die Wände und Böden der Serviceboxen. Die Serviceboxen unterscheiden sich auch in Material und Form vom Altbestand. Sie wurden im Innenbereich in Holzständerbauweise errichtet und mit Gipskartonplatten verkleidet. Die Oberfläche ist mit einer wasserabweisenden strapazierfähigen Spachteltechnik überzogen.

Die Fassadensanierung bestand im Wesentlichen in der Reinigung und Ausbesserung der Verklinkerungen. Die Fenster der oberen Geschosse stammen komplett aus dem Altbau, im Erdgeschoss mussten teilweise Öffnungen wieder hergestellt werden. Dabei orientierten sich die Architekten an dem historischen Zustand.

Zusätzliche Türen liegen auf der Hofseite und erschließen den Freispielbereich. Fenster in historischen Öffnungen wurden in Holz ausgeführt, neu eingeführte Formate und Öffnungen - wie beim Haupteingang - erhielten einen Rahmen aus Metall.

Bautafel

Architekten: Maedebach, Redeleit & Partner, Berlin
Bauherr: Bezirksamt Neukölln, Berlin
Fertigstellung: 2007
Standort: Glasower Straße 18, Berlin-Neukölln
Bildnachweis: Maedebach, Redeleit & Partner

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