Musikstudio mit Wohnbereich in Berlin

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Tonstudio als schallisolierter Raum

Das Architekturbüro B Vier hat eine Fabriketage in Berlin-Kreuzberg in ein Musikstudio mit Wohnbereich umgebaut. Als abgetrennte, schallisolierte Räume gliedern ein großes und ein kleines Tonstudio die Etage. Die einfachen, weißen Kuben - von den Architekten Soundcubes genannt - erfüllen sämtliche schalltechnischen Anforderungen und ermöglichen das ungestörte Arbeiten mit der Musik. In der Flucht der Kuben sind Möbel aufgestellt. Sie teilen die offene Raumfolge in Bereiche wie Empfang, Büro, Besprechung und Lounge. Der Empfang wird durch eine Lichtdecke, die Lounge durch eine Lichtwand zusätzlich betont.

Die Privaträume mit Schlafraum, Ankleide und Badbereich sind klar von Büro- und Studionutzung getrennt. Im Bad macht eine weitere Lichtdecke das Duschen zu einem besonderen Erlebnis. In Form- und Farbgebung entspricht der Privatbereich dem Hauptraum. Auch hier gibt es Sichtbezüge und Blickachsen zwischen den unterschiedlichen Funktionen.

In ihrer reduzierten Formensprache und der auf Grau und Weiß beschränkten Farbigkeit wirkt die Etage bei Tag eher nüchtern. Abends können verschiedene Lichtszenarien auf den Lichtdecken und -wänden abgespielt werden. Dann wandelt sich die Atmosphäre und verleiht dem Raum eine andere, fast unwirkliche Stimmung.

Akustik
Um das Musikstudio in den Wohnbereich zu integrieren, musste es als schallisolierter Raum ausgeführt werden. Für den nötigen Schallschutz sorgen sowohl der Fußboden- als auch der Wand- und Deckenaufbau des Studios. Der Fußbodenaufbau setzt sich wie folgt zusammen: auf eine Ausgleichsschüttung folgt eine 8 mm dicke Trittschallschutzmatte aus Gummigranulat, dann eine Estrichdämmplatte aus Steinwolle 40/2 mm, eine 5 mm PE-Trittschallfolie und darüber ein Fertigestrich von 2 x 20 mm. Eine Oberflächenbeschichtung aus Feinspachtelmasse bildet den fertigen Bodenbelag.

Die abgehängte Schallschutzdecke ist mit Schallschutzaufhängern an der Rohdecke befestigt. Sie besteht aus einer doppelten Lage Gipskartonplatten, die sich besonders für Konstruktionen mit erhöhten Anforderungen an den Schallschutz eignen, sowie einer 120 mm starken Steinwolle-Dämmplatte. Mit einer doppelten Lage Gipskartonplatten ist auch die zweischalig aufgebaute Metallständerwand beplankt, dazwischen ist eine 80 mm dicke Dämmschicht angeordnet. Gummigranulatstreifen sorgen für die nötige Entkopplung zur Rohdecke. Die einzelnen Elemente sind mit sogenannten Akustikdübeln aneinandergefügt, die ebenso wie das Gummigranulat der Schallentkopplung dienen.

Bautafel

Architekten: B Vier Architekten, Berlin
Projektbeteiligte: LN Bau, Panketal (Schallkabine); Aréte Holding, Berlin (Bodenbelag); Deckenkonzept, Berlin (Lichtdecke); Deutsche Rockwool, Gladbeck (Dämmplatten); Tischlerei Rothe, Berlin (Möbelbau)
Bauherr: The Hellish Vortex / Alec Empire, Berlin
Fertigstellung: 2007
Standort: Oranienstraße, Berlin
Bildnachweis: B Vier Architekten, Lutz Rudolph