Contemporary Curtain Wall Architecture

Scott Murray

Princeton Architectural Press, New York 2010
264 Seiten, zahlreiche Farbfotos und Zeichnungen, gebunden, Format 23,7 x 31 cm
Preis: 57,00 EUR

ISBN 978-1-56898-797-2

Nicht tragende, sondern der tragenden Struktur eines Gebäudes vorgehängte Fassaden (Curtain Walls) vereinen und übernehmen wichtige Funktionen: Design, neue Konstruktionen, neue Materialien und ihr sinnvoller Einsatz, Energieeffizienz und Energiegewinnung sind in Einklang zu bringen mit den klassischen handwerklichen und technischen Aspekten. Ebenso zu berücksichtigen sind die menschlichen Grundbedürfnisse nach Licht, Luft, Sonne sowie eine optimale Abstimmung von Aus- und Einblick - die Liste von Anforderungen an Vorhangfassaden lässt sich fortsetzen.

Im Buch Contemporary Curtain Wall Architecture zeichnen sechs einleitende Essays sehr anschaulich und didaktisch lobenswert die geschichtliche wie entwurfskonstruktive Entwicklung dieses Fassadentyps nach. Die behandelten Gebäude reichen vom Chicago Frame über Walter Gropius' Fagus-Werk und Le Corbusiers Domino Haus zu SOMs Lever Haus, Mies van der Rohes Seagram Building und den Glashäusern der 1970er und 80er Jahre von Pei und Foster. Die systematische Einteilung der Fassaden erfolgt nach ihrem Design bzw. dem Konstruktionsprinzip, eine Filterfunktion ist auch vorhanden.

Als sogenannte Case Studies versammelt dieses Buch zahlreiche neue Vorhangfassaden. Alle werden ausführlich u.a. anhand von Fotos, Fassadenschnitten, Details und Prinzipschemata erläutert:

  • Blue Tower in New York von Bernard Tschumi Architects mit sechs verschiedenen blauen Glasarten
  • 100 Eleventh Avenue in New York von Jean Nouvel mit einem mehrfach gekippten Mosaik aus semitransparentem Glas
  • Nelson-Atkins Museum of Art in Kansas City von Steven Holl mit transluzenten U-Paneelen
  • Atlas Building in Wageningen/NL von Rafael Vinoly mit einer diagonal gesetzten Gitterstruktur aus Betonfertigteilen vor der inneren Glashaut
  • New York Times Building in New York von Renzo Piano Building Workshop und Fxfowle Architects mit einem rhythmischen Gefüge aus horizontalen Keramik-Stäben, bedruckt mit dem Schriftzug-Logo
  • LVMH Osaka von Kengo Kuma and Associates mit transluzenten Sandwich-Paneelen aus Onyx und Glas
  • Seattle Public Library von Office for Metropolitan Architecture (OMA) und LMN Architects mit dem Sonnenschutz aus Streckmetalleinlagen im Scheibenzwischenraum
  • Torre Cube in Guadalajara/M von Carme Pinos mit horizontalen Holzlamellen in einem Stahlrahmengitter
  • Trutec Building in Seoul/K von Barkow Leibinger mit fragmentiert 3D-gefaltetem Glas, das mit Licht, Reflexion und Wahrnehmung spielt (auf dem Buchcover)
  • United States Federal Building in San Francisco von Morphosis mit perforierten klappbaren Edelstahl-Paneelen
  • 166 Perry Street in New York von Asymptote mit vertikal gefalteter Glashaut, die gleichzeitig den Himmel und den Straßenraum spiegelt
Die Erläuterungstexte sind zwar ausschließlich auf Englisch, jedoch zugunsten der Bebilderung und der Zeichnungen sehr knapp gehalten. Eher ist für den deutschsprachigen Leser zu beachten, dass sich die Gebäude überwiegend im US-amerikanischen Raum befinden und dort ganz andere bauphysikalische wie konstruktive Regeln und Gesetze gelten.

Surftipps

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www.baunetzwissen.de/Glas > Nelson-Atkins Museum