Ökologische Architektur in Vorarlberg

Dominique Gauzin-Müller
Ein soziales, ökonomisches und kulturelles Modell
Springer Verlag, Wien 2011
408 Seiten mit 1.000 Abbildungen in Farbe, gebunden, 25 x 23,4 cm
Preis: 97,22 EUR
Das im Westen Österreichs gelegene Vorarlberg gilt als Modellregion für die Entwicklung nachhaltiger und ästhetisch anspruchsvoller Architektur. In ihrem Buch Ökologische Architektur in Vorarlberg stellt die Autorin Dominique Gauzin-Müller allerdings mehr als nur vorbildliche Gebäude vor: Sie schildert die lokale Baukultur umfassend als soziales, wirtschaftliches und kulturelles Modell.
Die Geschichte der ökologischen Architektur und der teilweise steinige Werdegang der Vorarlberger Ökobau-Pioniere werden anhand von Bauten, Projekten, sozialpolitischen Entscheidungen sowie Protagonisten und ihren Ideen detailreich geschildert. Dabei wird deutlich, dass ein neues Verständnis für Materialität, Design und Energieeffizienz nicht der einzige Schlüssel zu einer modernen, nachhaltigen Architektur ist. Auch das Zusammenspiel von Funktionalität und Ökologie, die Erfindung neuer Wohnformen, ein Bekenntnis zu mehr Nachhaltigkeit im Alltag, die Einbindung der regionalen Wirtschaft in Bauprozesse und neue Modelle der kommunalen Verwaltung sind nötig, um experimentelle Projekte zu ermöglichen.
Die Autorin erläutert, wie die Vorarlberger Baukultur wirtschaftlichen Aufschwung mit einem guten sozialen Klima und kultureller Entfaltung verbindet. Ähnlich wie die Bauhaus-Bewegung sei die Architektur von einer neuen Radikalität geprägt und habe damit eine ebenso grundlegende Debatte ausgelöst. Die Planer würden sich nicht nur auf die Energieeinsparung konzentrieren und heimisches Holz verwenden, sondern auch großen Wert auf gesundheitlich unbedenkliche Materialien legen. Ein weiterer wesentlicher Aspekt bei der Schaffung nachhaltiger Gebäude sei zudem die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Architekten und Gemeinden. Als Beispiel schildert sie den Vorgang in der Vorarlberger Gemeinde Ludesch, wo ein über zehn Jahre währendes Bürgerbeteiligungsverfahren schließlich zum Bau von Hermann Kaufmanns bekanntem Gemeindezentrum führte (siehe Surftipps).
Aus dem Inhalt:
- Die Geheimnisse Vorarlbergs
- Funktionale und ökologische Einfamilienhäuser
- Verdichteter Wohnbau. Auf dem Weg zu neuen Wohnmodellen
- Nachhaltigkeit im Alltag
- Holz und Holzwerkstoffe, Motoren der regionalen Entwicklung
- Wenn Architektur die regionale Wirtschaft ankurbelt
- Die Gemeinde, ein dynamisches Modell
Surftipps
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www.baunetzwissen.de/Solar > Gemeindezentrum in Ludesch
