Porenbeton-Mauerwerk

Michael Stegmaier
Einfluss einer Ettringit- und Thaumasitbildung auf das Tragverhalten von Mauerwerk aus Porenbetonplansteinen
Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 2008
54 Seiten, 38 Abbildungen, 14 Tabellen
Preis: 18,50 EUR
Der vorliegende Forschungsbericht beschäftigt sich mit dem Problem der Rissbildung in Wänden aus Porenbetonplansteinen und Dünnbettmörteln. Die vor allem durch Volumenvergrößerung des Fugenmörtels verursachten Risse können zu Zugspannungen in Innen- und Außenwandputzen führen und Putzrisse im Stoß- und Lagerfugenbereich verursachen. Der Bericht zeigt auf, dass die Risse unter Umständen das Mauerwerk durchtrennen und vermutlich die Tragfähigkeit vermindern können.
Bei der Herstellung von Porenbetonsteinen wird den Ausgangsstoffen neben dem Hauptbindemittel Zement oder Kalk immer Sulfat, in den meisten Fällen Anhydrit, zugegeben. Werden Porenbetonsteine unmittelbar nach der Dampfhärtung in Schrumpffolie verpackt und ausgeliefert, weisen diese Steine bei der Anlieferung auf der Baustelle meist einen hohen Feuchtigkeitsgehalt auf. Dies, so der Autor, verursacht schließlich die Schäden.
Werden solche Porenbetonplansteine mit hohem Feuchtigkeitsgehalt mithilfe eines Dünnbettklebers verarbeitet - der mit einem üblichen Zement nach DIN EN 197 hergestellt wurde -, so bildet sich in den Berührungszonen des Lagerfugenmörtels und des Stoßfugenmörtels mit den Porenbetonsteinen immer Ettringit. Bei tiefen Temperaturen und der Einwirkung hoher Feuchtigkeit kann auch Thaumasit entstehen. Die hierbei auftretende Volumenvergrößerung (Sulfattreiben) kann zu einer Reduzierung der Haftfestigkeit im Bereich Porenbetonplanstein-Dünnbettmörtel und zu einer Reduzierung des Tragverhaltens des Mauerwerks führen.
Um die verminderte Tragfähigkeit durch Sulfattreiben zu vermeiden, so das Resümee der Studie, dürften zur Herstellung der Dünnbettkleber für Porenbetonplanstein-Mauerwerk nur noch Zemente mit einem geringen C3A-Gehalt verwendet werden. Außerdem müsse die Eignung dieser Dünnbettmörtel vorab durch Laborversuche nachgewiesen werden.
Die Studie steht gegen eine Gebühr von 7 EUR auf den unten genannten Internetzseiten des Fraunhofer IRB Verlags zum Download bereit.
