Bernhard Huber: Transition - Glasprojekte

M. Wierschowsk (Hrsg.)
Arnoldsche Verlagsanstalt, Stuttgart 2008.
1. Auflage, 168 Seiten, 21 x 28 cm, 152 Abbildungen, größtenteils in Farbe. Hardcover mit Schutzumschlag.
Preis: 39,80 EUR
Der Künstler Bernhard Huber schafft mit neuen Techniken und Materialien großformatige abstrakte Glasgemälde. Diese bewegen sich zwischen Transparenz, Spiegelung und Opazität, mit leuchtenden und klaren Farben. Selten entsteht daraus jedoch ein Farbenrausch; die Objekte folgen vorwiegend strenge Gestaltungen mit meist kühlen Farbtönen. Sie sind genau durchkalkuliert und auf ihre Wirkung bedacht.
Glas ist für Huber ein zentrales, aber nicht das einzige bildnerische Material. Er hat die dem Glas eigenen lichtbildenden Qualitäten zum Kern seiner Kunst gemacht. Sein gesamtes künstlerisches Wirken geht jedoch über das Medium Glas hinaus und umfasst malerische, bildhauerische und architektonische Gestaltungen mit Farbe und Licht. Er gestaltet Flächen und Räume und reagiert auf vorgefundene architektonische Situationen. Huber schafft nicht nur farbige Fenster, er bildet mehrere visuelle Schichten, so dass das „Prinzip Fenster“ in den Raum hinein verlängert wird. Die Glasfläche wird so zur Lichtskulptur, und diese wiederum wird Licht-Raum-bildend.
Der Modulierung und Auflösung des Raumes durch Licht gilt Hubers großes Interesse. Während seine früheren Installationen primär den Raum aufwerten und dessen Grenzen intensiver erfahrbar machen, zielen seine jüngeren architekturbezogenen Arbeiten darauf ab, die Raumgrenzen in Schwingung zu versetzen und aufzulösen und so einen neuen, immateriellen Licht-Raum zu erzeugen. (gemäß Verlagsinformation)
Anfangs nähert man sich den Bildern etwas zögernd, wahrscheinlich auch, weil es eben doch nicht dasselbe ist, das Glas in Realität oder Fotografie zu sehen. Es geht einfach etwas von dem Licht und dem raumbildenden Effekt verloren. Aber nach längerem und intensiverem Studium der Glasobjekte gefällt mir besonders, dass hier Glaskunst mit Floatglas und abstrakter Malerei geschaffen wurde, die gar nichts mehr gemein hat mit farbigen Butzenscheiben und Bleiverglasung. Und obwohl der oben beschriebene räumlich Eindruck in einem Buch schwer wiedergegeben werden kann, zeigen die Bilder eindrucksvoll, wie kreativ man mit "einfachem" Flachglas umgehen kann und wie schön ein einfaches Raster aus Siebdruck werden kann. Gerade diese einfachen, abstrakten Werke finde ich besonders sehenswert. (js)
