Tragendes Glas - Elemente, Konzepte, Entwürfe

von Rob Nijsse
Mit einem Vorwort von Jacob van Rijs, MVRDV
Birkhäuser Verlag für Architektur Basel 2003
1. Auflage, 168 Seiten, Format 23 cm x 29,7 cm, 300 Abbildungen, gebunden
Preis: 58,00 EUR
Zitat 1:
"Glück und Glas, wie bald bricht das!" Publilius Syrus, "Sentenzen", 1. Jahrhundert vor Christi.
Zitat 2:
"Wie oft wurde mir mit Ungläubigkeit begegnet, wenn ich einem Prüfingenieur die Glaskonstruktion von La Villette erklärte? 'Das wäre hier nicht möglich!' ist die Antwort, noch bevor der Ingenieur das Argument auch nur untersucht hat und trotz des Beweises der vorhandenen Konstruktion, die besichtigt werden kann. Als könne die Schwerkraft oder die Fensterstärke hinter der Grenze zu Frankreich, Deutschland, zur Schweiz oder sonst wo eine andere sein." Peter Rice in "An engineer imagines", Zurich 1993
Zwischen diesen beiden und noch vielen weiteren bemerkenswerten Zitaten stellt Robert Nijsse aus dem niederländischen Ingenieurbüro ABT präzise, sehr gut lesbar und mit einer wohltuenden Portion Humor sowohl Grundlagen als auch spannende experimentelle Gebäude ebenso wie nie realisierte Projekte vor. Wahrscheinlich gibt es auch nicht allzu viele Fachautoren, die im Anhang ihren Kindern dafür danken, dass eines von ihnen "die undankbare Aufgabe übernahm, als Testlast für Glastische und Glasscheiben zu fungieren."
So erscheint der Weg von Aschenputtels gläsernem Schuh über die Entwicklung von Fensterglasformaten bis zu Glasträgern, -böden, -stützen, -fassaden, -dächern und -wänden gar nicht so weit und beschwerlich. Aber, letztes Zitat, wie Nijsse zu den Glaspaneel-Fenstern von OMA's Ausstellungsgebäude Grand Palais in Lille kommentiert, gibt es ja noch mehr zu beachten: "Die schuppenartig überlappenden Einscheiben-Glaspaneele lassen eine lebendige Fassade entstehen. Eine solche Konstruktion wasserdicht zu machen, ist keine Kleinigkeit..."