Farbe und Raum

David Oliver

DVA Architektur, Verlagsgruppe Random House, München 2008
224 Seiten, ca. 250 Farbabbildungen, 24,0 x 27,9 cm, gebunden
Preis: 39,95 EUR

ISBN 978-3-421-03647-6

Der Autor dieses Bildbandes hat als Direktor der Paint & Paper Library in London mehrere Farbserien entwickelt, eine davon trägt den Namen "Architectural Colours". Seine Vorliebe gilt deutlich Farben und Oberflächen, die bereits eine längere Geschichte hinter sich haben: "Meiner Überzeugung nach werden Hand und Auge von Oberflächen angezogen, auf denen sie schon früher geruht haben. Durch Witterung oder Gebrauch abgenutzte Flächen haben oft schöne Texturen und sanfte, weiche Farben, die wertvolle Anregungen liefern."

Nach einer Einführung, in der er die Leser ausdrücklich auffordert, dem eigenen Empfinden und Geschmack zu vertrauen, schildert er die Quellen, die sein eigenes Farbempfinden nachhaltig geprägt haben. In der Kunst sind dies Yves Klein, Mark Rothko oder Joseph Albers; er nennt aber auch die Natur, den Film, Sammlungen von Alltagsgegenständen oder "persönliche Schätze" sowie historische Farben aus Asien und England. Als Architekt inspiriert habe ihn insbesondere Le Corbusier sowie das lebhafte geometrische Farbenspiel Luis Barragans.

Im mittleren, praktischen Teil des Buches geht er zunächst kurz auf das Erstellen von Mustern, elementare Grundlagen des Lichts sowie Rhythmus, Farbkombinationen, Betonung und Harmonie ein. Den größten Bereich aber nehmen seine "Wechselspiele" ein, in denen er jeweils drei Farbtöne nebeneinander stellt und ihre Wirkung auf den Menschen erläutert. Für jede Farbgruppe nennt er abschließend die Räume, für die sie sich besonders gut oder weniger gut eignen und begründet dies auch. So rät er beispielsweise von Gelb im Schlafzimmer ab, da es das Nervensystem stark anregen könne. Salbei- und Olivtöne hingegen sind seiner Meinung nach ideal für Schlaf- und Wohnräume.

Das Buch ist reich bebildert mit Beispielen, die viele traditionelle und eher ländliche Innenräume zeigen. Einige Beispiele zeigen auch moderne Kontraste und Materialien wie grün glänzendes Glas, das bündig in einen rustikalen Holzboden eingelassen ist. Oder ein vollständig weißes Treppenhaus, das auf Knopfdruck durch Farbspiele in gänzlich anderem Licht erscheint. Die Farbbetrachtungen befassen sich immer mit dem ganzen Raum, der Boden wird als Bestandteil nicht separat betrachtet. Häufig kommen alte Holz- und Steinböden vor, deren Patina mit der Einrichtung harmoniert. Ein Glossar mit den wichtigsten Fachbegriffen am Schluss rundet den Band ab. Er ist anschaulich und unterhaltsam geschrieben, bietet anhand schöner Fotografien eine Menge Anregungen und schärft den Blick für feine Unterschiede und die lebendige Gestaltung insbesondere von Innenräumen im Bestand.

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