Sacred Concrete

Flora Samuel, Inge Lindner-Gaillard

Birkhäuser Verlag, Basel 2013
1. Auflage, 229 Seiten, 50 Zeichnungen, 70 farbige und 170 sw-Abbildungen, 21 x 27 cm, gebunden, in englischer Sprache
Preis: 59,95 EUR

ISBN 978-3-0346-0823-7

Welche Faszination der Werkstoff Beton auf den Architekten Le Corbusier ausübte, belegen zahlreiche seiner Bauten. Weniger bekannt ist seine besondere Beziehung zu Religion und Kirche. Diese Lücke schließen die beiden Autorinnen Flora Samuel und Inge Lindner-Gaillard in dem Buch Sacred Concrete. Sie liefern nicht nur die erste umfassende Darstellung von Le Corbusiers Kirchenarchitektur, sondern nehmen den Leser auch mit auf eine Reise in die von Mystik und Symbolen geprägte Gedankenwelt des Architekten.

Der Titel und die schwarz-weiße Abbildung auf dem Buchcover könnten vermuten lassen, dass es in dem Buch hauptsächlich um das Material Beton gehen könnte, doch der Baustoff spielt nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es um die Beziehung Le Corbusiers zum Sakralen. In den ersten beiden von insgesamt acht Kapiteln wird ausführlich dargelegt, wie seine Entwürfe durch gläubige Persönlichkeiten wie u.a. Edouard Trouin, einen seiner Bauherrn, oder den Dominikanermönch Vater Marie-Alain geprägt wurden.

Le Corbusiers wichtigsten Kirchenbauten, wie der unterirdischen Basilika La Sainte Baume, der Kapelle von Notre Dame du Haut de Ronchamp, dem Kloster La Tourette und der Kirche St. Pierre ist im Hauptteil jeweils ein Kapitel gewidmet. Allen gemein ist die „Promenade Architectural“. Dieser von Corbusier geprägte Begriff ist ein zentrales Element seines Schaffens und bezeichnet den auf den Betrachter ausgerichteten Weg durch den gebauten Raum. Sie ist die Bildabfolge, die sich vor dem Auge des schrittweise vorangehenden Betrachters entrollt.

Diese Art Raum erlebbar zu machen und ihn durch Lichtführung, Material und Formen zu inszenieren, fasziniert auch heute noch zahlreiche Architekten. Im letzten Kapitel erläutern die Autorinnen anhand aktueller Sakralbauten, wie Le Corbusiers Wirken die europäische Kirchenkultur des 20. Jahrhunderts beeinflusst hat. Beispielhaft werden u.a. die Jubilee Church bei Rom von Richard Meier, die Ignatius Kapelle in Seattle von Steven Holl, die Santa Maria Kapelle in Porto von Alvaro Siza und Tadao Andos Meditations Space in Paros sowie die Kapelle der Versöhnung in Berlin von Reitermann und Sassenroth vorgestellt.

Das Buch setzt sich sehr detailliert mit der Person und dem Wirken Le Corbusiers auseinander. Neben den fundierten Texten dienen zahlreiche Fotos, Aufzeichnungen und Skizzen als Anschauungsmaterial.

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